Schloss Wörth a. d. Donau

Schloss Wörth a. d. Donau

 

Anfahrt
A3 Regensburg Richtung Passau/Straubing. Nach ca. 20 km Ausfahrt Wörth an der Donau - Ost. Das Schloss befindet sich direkt in Wörth, Parkmöglichkeit am Schloss vorhanden.

Schlossführungen
Führungen durch Ortsheimatpfleger Fritz Jörgl sind für Gruppen ab 6 Personen nach vorheriger Vereinbarung möglich.
Anmeldung bei

Weitere Informationen
Stadtverwaltung Wörth a.d. Donau
Tel.: 09482/940-30
E-Mail: vg.woerth@realrgb.de  
Internet: www.stadt-woerth.de  

Nutzung der öffentlich zugänglichen Räume auf Schloss Wörth

Geschichte
Auf den Grundmauern einer um 1200 entstandenen mittelalterlichen Burganlage erbaute der Bayerische Pfalzgraf und Herzog Johannes, der auch Bischöflicher Administrator des Bistums Regensburg war, in den Jahren 1522 bis 1525 das Schloss Wörth, das den Regensburger Bischöfen als Sommerresidenz diente.

1812 bekam der Fürst von Thurn und Taxis das Schloss als Entschädigung für das verlorengegangene Postmonopol. Nach wechselnden Mietern und Eigentümern wurde das Schloss 1983 vom Landkreis Regensburg und einer Eigentümergemeinschaft saniert. Heute beherbergt es ein Alten- und Pflegeheim. Im Südflügel, der im Eigentum des Landkreises steht, befinden sich das berühmte Rondellzimmer und die Schlosskapelle St. Martin.

Das Rondellzimmer

Schloss Wörth - Rondellzimmer

Der kunstgeschichtlich bedeutendste Raum des Schlosses ist das Rondellzimmer im südwestlichen Batterieturm des Fürstenbaus, unter Fürstbischof Albrecht Sigmund (1668-85) völlig neu ausgestattet, durch den Italiener Jacopo Tornino 1673/74 stuckiert und 1676/77 von dem Regensburger Jakob Heybel ausgemalt.

Der Maler Jakob Heybel (1641-87) schuf im Rondellzimmer 1676 und 1678 den umfangreichsten mythologischen Zyklus im weiten geografischen Umkreis: sechs Gemälde im Gewölbe, fünf an den Unterseiten der Fensterbögen, fünf an den Fensterbrüstungen und sechs Figuren an den Pilastern, insgesamt zweiundzwanzig Bilder. Die Malereien im Wörther Rondellzimmer bilden ein Bildprogramm, das für unsere Region so außergewöhnlich ist, dass es sehr von den persönlichen Interessen des Auftraggebers (Fürstbischof Albrecht Sigmund) geprägt sein muss. Die Themen kreisen in antiker Verkleidung um die Bereiche Jagd, Macht, Klugheit: Interessen, die einem Mann wie Fürstbischof Albrecht Sigmund zustanden.

Schloss Wörth Rondellzimmer Trauung

Das Rondellzimmer kann z.B. auch für Trauungen genutzt werden (Ansprechpartner: Stadt Wörth a. d. Donau, Telefon: 0 94 82 / 9 40 - 30). Hinweis: es stehne nur für höchstens 40 Personen Sitzplätze zur Verfügung.

Der Schlosskeller

Schloss Wörth Schlosskeller

Man geht davon aus, dass der Schlosskeller in seinen jetzigen Ausmaßen bis Mitte des 16. Jahrhunderts, spätestens jedoch im Jahre 1616 mit dem Bau der Kapelle durch Bischof Albert von Törring, fertiggestellt war.

Der große Schlosskeller befindet sich im Südflügel des Schlosses unter dem sogenannten Fürstenbau und der Schlosskapelle. Er weist eine Länge von ca. 55 m und eine Breite von ca. 8,60 m auf. Die Höhe bis zum Gewölbescheitel beträgt ca. 7,50 m. Das imposante Tonnengewölbe ist aus Ziegeln gemauert. Die Gesamtlänge des Kellers wird durch drei spitzbogige Gurtbögen untergliedert. Der große Gewölbekeller ist durch einen Verbindungsgang mit dem Keller unter dem songenannten Dienstgebäude verbunden. Von dort führt eine Natursteintreppe in den Schlosshof. Vom Foyer im Westflügel des Fürstenbaues führt eine breite Natursteintreppe in den Westteil des Kellers.

Im Zuge der Schlosssanierung und des Umbaues in ein Seniorenheim erhielt der Schlosskeller einen Ausgang über eine Stahl-Gitterrosttreppe in den südlichen Zwinger und einen Aufzug, der das Erdgeschoss und das Obergeschoss (Speisesaal) erschließt.
Im Jahre 2004 wurde der Kellerboden mit einem Ziegelpflaster belegt.

Der seit April 2005 vom Landkreis Regensburg renovierte Schlosskeller kann nun auch für größere Veranstaltungen genutzt werden.
Bitte beachten Sie hierzu die Nutzungsordnung des Schlosskellers.

Die Schlosskirche St. Martin

Schloss Wörth Schlosskirche

Bischof Albert IV. von Törring erbaute 1616 die Schlosskirche St. Martin. Mit sechs Fenstern und einem gleich breiten, dreiseitig geschlossenen Altarraum verlängert sie den Südflügel, sodass der Schlosshof nahezu geschlossen ist. Der zweigeschossige Kirchenbau passt sich auch in seiner Höhe dem Südflügel an und erscheint im Inneren als ein lichter, hoher Saal, dessen Westseite eine säulengestützte Empore einnimmt. Dass man im frühen 17. Jahrhundert in den Chorfenstern mittelalterlich wirkende Maßwerke verwendet hat, ist nichts ungewöhnliches; die Phase der Kunstgeschichte, die sowohl bei den Protestanten als auch bei den Katholiken durch eine Rückbesinnung auf die Formen der Gotik gekennzeichnet ist, wird daher Nachgotik genannt. Über dem Hausteinportal an der Nordseite künden die Regensburger und Freisinger Wappen und das Familienwappen der Törring vom Erbauer.

Die heutige Ausstattung der Schlosskirche geht im Großen und Ganzen auf eine grundlegende Umgestaltung unter Fürstbischof Albrecht Sigmund im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts zurück.

Der Hochaltar von 1671, ein zweisäuliges Retabel mit den qualitätvollen und eleganten Figuren des Kirchenpatrons Martin und Sigismunds, des Namenspatrons des Stifters, birgt ein Altarblatt von Jakob Heibel mit der Darstellung des Todes Mariens, die auf ihrem Sterbebett sitzend von den aus allen Himmelsrichtungen herbeigeeilten Aposteln umringt wird. Der von zwei Engeln mit Lilien, dem marianischen Symbol der Reinheit und Jungfräulichkeit, flankierte Auszug stellt die Aufnahme Mariens in den Himmel dar. Den Abschluss bildet das Wappen des Bischofs, dessen Stiftung auch die Inschrift auf der Predella preist.

Etwas jünger – entstanden 1675 – ist der linke Seitenaltar. Ähnlich aufgebaut wie der Hochaltar zeigt er doch reicheren pflanzlichen Dekor. Aus Platzgründen sind am schmalen Chorbogen die Figuren des hl. Wolfgang und eines namenlosen Bischofs oben aufgesetzt und rahmen das von einer Christus-Salvator-Figur bekrönte Oberbild des Abendmahles. Das figuren-, detail- und bewegungsreiche Altarblatt Jakob Heybels stellt das Jüngste Gericht dar. Anonym bleiben auch die beiden Bischofsfiguren auf dem rechten Seitenaltar, der mit seinem Gegenüber fast gleichzeitig entstanden sein wird, wenngleich er in einigen Details noch reicher wirkt. Das Altarblatt eines bislang unbekannten Malers widmet sich dem Kirchenpatron und zeigt die Mantelspende des Martin von Tours. Im Oberbild erkennt man den Märtyrer Stephanus, darüber steht die Figur der Maria Immaculata.

In die Phase der Neuausstattung durch Fürstbischof Albrecht Sigmund gehört auch die Kanzel an der Nordseite des Kirchenschiffs. Eine Krone aus Volutenspangen bildet den Aufsatz des Schalldeckels; typisch für die Zeit ihrer Entstehung ist der Kranz von Akanthuslaubwerk an der Rückseite. Das Kirchengestühl gehört mit den zarten Rokokoschnitzereien seiner Wangen in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Das älteste Bildwerk der Kirche steht an der Empore: die Figur des hl. Martin, in die Entstehungszeit der Kirche um 1616 oder kurz danach zu datieren.

Die Schlosskirche Wörth a.d. Donau wurde 1997/1998 durch den Landkreis Regensburg saniert.