Meldung vom 11.10.2016 12:07:40
Bericht aus der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 06.10.16

Regensburg (RL). Unter der Leitung von Stellvertretendem Landrat Willi Hogger fand am 06.10.2016 eine Sitzung des Jugendhilfeausschusses statt.

Hier die Beratungsergebnisse und -gegenstände in Kurzfassung

1. Bericht zur aktuellen Situation der unbegleiteten minderjährigen Ausländer im Landkreis Regensburg:
Jugendamtsleiter Werner Kuhn gab einen Überblick zur Unterbrinung und Betreuung der derzeit aktuell 143 unbegleiteten Minderjährigen beziehungsweise jungen Volljährigen.

Das Kreisjugendamt gewähre in eigener Kosten-Zuständigkeit in 95 Fällen Leistungen der stationären Jugendhilfe (78) sowie in 17 Fällen Leistungen der ambulanten Jugendhilfe. Diese 95 Leistungsfälle gliederten sich wie folgt auf: 

  • 65 Kinder und Jugendliche sind in den Jugendhilfeeinrichtungen im Landkreis stationär
    untergebracht; die anfallenden Heimkosten werden vom Kreisjugendamt im Rahmen der
    Jugendhilfe übernommen. 
  • In weiteren neun Fällen erfolgt eine ambulante Jugendhilfegewährung. 
  • Für acht junge Volljährige werden die stationären Jugendhilfekosten auch nach Vollendung
    des 18. Lebensjahres im Rahmen der Jugendhilfe übernommen. 
  • Weitere acht junge Volljährige erhalten eine ambulante Hilfegewährung. 
  • Fünf unbegleitete minderjährige Ausländer befinden sich noch im Status der Inobhutnahme; die Kosten hierfür werden ebenfalls vom Landkreis getragen.

Generell seien die Belegungszahlen in den Einrichtungen für die stationären Jugendhilfefälle in Folge der bundesweiten Verteilung rückläufig. Dies habe zur Folge, dass auch im Landkreis nicht mehr alle freien Plätze belegt werden können, so dass das bisherige Platzangebot durch die Einrichtungsträger zum Teil abgebaut werde. Ab wann Bayern wieder in die bundesweite Verteilung aufgenommen werde, könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht beurteilt werden. Für die vom Kreisjugendamt untergebrachten minderjährigen Ausländer und jungen Volljährige wurde vom Landkreis in diesem Jahr bisher ein Betrag von 2.318.000 Euro geleistet. Hierfür gebe es eine fast vollständige Kostenerstattung vom Freistaat Bayern, ausbezahlt durch den Bezirk Oberpfalz. Der Landkreis habe darüberhinaus neben der Betreuung und Versorgung der unbegleiteten Minderjährigen auch einen erheblichen Personalaufwand zu leisten, im einzelnen: 

  • das UMF-Team bestehend aus 4 Vollzeitstellen und einer Werkstudentin sowie einem
    OTH-Praktikanten 
  • den Bereich der Vormundschaften mit mindestens 1 Vollzeitstelle (das Kreisjugendamt selbst führt
    aktuell insgesamt 26 Vormundschaften; 92 weitere Vormundschaften wurden an freie
    Träger/Einzelvormünder übertragen, wobei die freien Träger wie KJF und Kolping wiederum
    über Monatspauschalen mit dem Jugendamt abrechnen) 
  • den Bereich der wirtschaftlichen Jugendhilfe mit derzeit 1 Vollzeitstelle 
  • Zeitanteile der Jugendamtsleitung und der Teamleitung wirtschaftliche Jugendhilfe, Soziale
    Dienste, Vormundschaft, etc. 
  • Die Kollegen/innen der Integrationsstelle, soweit sie für den Bereich der unbegleiteeten minderjährigen Ausländer tätig sind

Zur Entlastung bei den Verwaltungskosten für den Bereich der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge habe der Freistaat dem Landkreis für 2015 entsprechend den damaligen Fallzahlen einen Betrag in Höhe von 48.000,00 € erstattet. Laut Rücksprache mit der Regierung der Oberpfalz könne auch für 2016 wieder mit einer Erstattung gerechnet werden; die Entscheidung hierüber solle demnächst erfolgen.

Trotz der seit Ende 2015/Anfang 2016 infolge der bundesweiten Verteilung allgemein rückläufigen Fallzahlen bei den unbegleiteten Minderjährigen sei für das Personal des Kreisjugendamtes (UMF-Fachdienst, wirtschaftliche Jugendhilfe, Vormundschaft) keine wesentliche Entlastung eingetreten. Während es in 2015 zum Höhepunkt der Flüchtlingswelle zunächst darum gegangen sei, den unbegleiteten Minderjährigen einen angemessenen Wohnplatz mit einem Mindestmaß an pädagogischer Grundversorgung bereitzustellen, gehe es zwischenzeitlich darum, die verbliebenen unbegleiteten Minderjährigen durch eine gezielte Hilfeplanung zu integrieren und die erst später zutage getretenen Folgen der individuellen traumatischen Belastungen der einzelnen Jugendlichen aufzuarbeiten.

Nach neuesten Informationen der Regierung der Oberpfalz und des Sozialministeriums solle Bayern evtl. ab Beginn des kommenden Jahres, spätestens aber ab Mai 2017, wieder der bundesweite Verteilung unterliegen, wobei jedoch bei weitem nicht mit den Fallzahlen der Vorjahre zu rechnen sein dürfte. Genauere Prognosen seien zum jetzigen Zeitpunkt leider nicht möglich.

In der anschließenden kurzern Aussprache wurde zum einen die schwierige Situation der Einrichtungsträger aufgrund der rückläufigen Belegungszahlen thematisiert; zum anderen die Frage der Fortsetzung der Jugendhilfeleistungen auch nach Erreichen der Volljährigkeit bei gegebenem Hilfebedarf.

2. Sachstandsbericht Aktionsplan Inklusion und Demografie im Landkreis Regensburg

Der Leiter der Sozialabteilung, Karl Mooser, unterrichtete den Jugendhilfeausschuss über den derzeitigen Sachstand bei diesem Projekt:

„Im April des Jahres 2016 fiel der Startschuss für die Erarbeitung des „Aktionsplans Inklusion und Demographie“ im Landkreis Regensburg unter dem Motto „Gemeinsam geht’s besser“. Die Grundlage stellt die UN-Behindertenrechtskonvention dar, nach der jeder Mensch ein Recht auf Inklusion, das heißt auf die gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft in allen Lebensbereichen, hat. Das Thema Inklusion ist nicht nur eine politische, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Im Landkreis Regensburg leben inzwischen fast 20.000 Menschen mit Einschränkungen. Betrachtet man die demografische Entwicklung für die nächsten 20 Jahre, wächst die Landkreisbevölkerung nicht nur um 9,8% und steigt somit auf über 200.000 Bürgerinnen und Bürger an, sondern gleichzeitig nimmt auch die Altersgruppe der über 65 Jährigen um 62.9 % zu. Der Aktionsplan soll als „Fahrplan“ dienen, den Alltag dieser Menschen einfacher zu gestalten und so eine Begegnung auf Augenhöhe zu schaffen. Die prosperierende Region des Landkreises Regensburg bietet dazu zahlreiche Chancen und Möglichkeiten und sieht sich in der Verantwortung im Sinne einer Daseinsfürsorge für seine Bewohnerinnen und Bewohner.

Erstellt wurde der Aktionsplan in Zusammenarbeit mit dem BASIS-Institut für soziale Planung, Beratung und Gestaltung GmbH. Betreut wurde das Projekt durch deren Geschäftsführer Michael John. Dieser leitete die insgesamt 19 Workshops zu den Themenbereichen frühkindliche Erziehung und Schule, Mobilität und Barrierefreiheit, Wohnen, Information und Beratung, Arbeit und Beschäftigung sowie Freizeit, Kultur und Sport. Hierbei beteiligten sich insgesamt mehr als 200 interessierte Bürgerinnen und Bürger, Vertreter von Vereinen und Einrichtungen aus der Behindertenarbeit, Bürgermeister, ehrenamtlich Engagierte sowie Firmen- und Behördenvertreter. Auch wurden Befragungen von über 750 Betroffenen und ihren Angehörigen, der 41 Landkreisgemeinden und zahlreiche Experteninterviews durchgeführt. Daraus resultierten insgesamt 106 Maßnahmen und Empfehlungen, die die Rahmenbedingungen für eine inklusive Region Regensburg schaffen.

Am 16. September 2016 wurde der Entwurf des Aktionsplans auf der Abschlussveranstaltung einem breiten Publikum präsentiert. Neben Landrätin Tanja Schweiger sprach auch Regierungsrat Dr. Benedikt Schreiner vom Bezirk Oberpfalz ein Grußwort. Dieser ist für die Umsetzung vieler Maßnahmen und Empfehlungen verantwortlich und hat sich intensiv an der Erstellung des Aktionsplans beteiligt. Insgesamt nahmen mehr als 100 Interessierte an der Veranstaltung teil. Hier wurden alle bisherigen Arbeitsschritte sowie Ergebnisse und Daten präsentiert. Anschließend wurden alle Maßnahmen in insgesamt zwölf Workshops zu je einer Stunde noch einmal vorgestellt und intensiv diskutiert. Alle hier vorgebrachten Vorschläge und Einwände wurden nachträglich in den Entwurf des Aktionsplans eingearbeitet. Abschließend konnten die Maßnahmen und Empfehlungen durch alle anwesenden Beteiligten bewertet und gewichtet werden.

Entstanden ist ein sehr ambitionierter Aktionsplan, mit dem Ziel, dauerhaft etwas zu verändern. Die Maßnahmen und Empfehlungen unterteilen sich in kurz-, mittel- und langfristige Handlungsfelder. Alle für die Umsetzung der Maßnahmen und Empfehlungen verantwortlichen Stellen sind, gegliedert nach Akteuren, im Entwurf des Aktionsplans in einem Tabellenteil bereits aufgelistet. Dennoch ist Inklusion ein langfristiger und vor allem lebendiger Prozess, das heißt, dass sich an dieser Stelle im Laufe der Zeit noch Änderungen ergeben können und werden. Doch alles vor dem Hintergrund einer konsequenten Umsetzung aller Maßnahmen und Empfehlungen mit dem Ziel eines inklusiven Landkreises Regensburg.

In den folgenden Wochen werden sämtliche Anmerkungen, Ergänzungen und Korrekturen in den Aktionsplan eingearbeitet. Anschließend wird der Entwurf allen Institutionen, Vertretern von Vereinen und Einrichtungen aus der Behindertenarbeit, Bürgermeistern sowie Firmen- und Behördenvertretern mit der Bitte um Stellungnahme zugeleitet. Ergeben sich hier weitere Änderungen, werden auch diese noch in den Aktionsplan miteingearbeitet. Dieser Entwurf wird dann online auf der Homepage des Landratsamtes Regensburg und als gedruckte Version zur Verfügung stehen. Das Konzept wird anschließend sämtliche Gremien durchlaufen. Der Entwurf wird in der Kreistagssitzung und Bürgermeisterdienstbesprechung behandelt. Die ersten Maßnahmen und Empfehlungen werden anschließend schrittweise durch interne Verwaltungsregelungen umgesetzt. Auch wird eine breite Öffentlichkeitsarbeit sowohl zu den Ergebnissen als auch zu den weiteren Schritten geleistet. Auch eine enge Kooperation mit dem Projekt „Regensburg Inklusiv“ wird folgen. Es wird weitere Gespräche mit sämtlichen Akteuren geben. Hausintern werden Arbeitsgruppen entsprechend den beschlossenen Maßnahmen und Empfehlungen gebildet, die deren Umsetzung überwachen und beratend zur Seite stehen.“

3. Bewerbungskonzept von Stadt und Landkreis Regensburg für die gemeinsame Bildungsregion:
Susanne Reich von der Kreisfinanzverwaltung des Landkreises gab einen Überblick über den aktuellen Sachstand bei diesem Projekt.

"1. Zielsetzung:
Das Thema „Bildung“ ist für die Stadt und den Landkreis Regensburg seit Jahren ein zentrales politisches Anliegen. Im letzten Jahr beschlossen deshalb die Stadt Regensburg und der Landkreis Regensburg, das Bewerbungsverfahren für das Qualitätssiegel „Bildungsregion in Bayern“ durchzuführen. Folgende Ziele werden mit der Teilnahme an der Initiative „Bildungsregion in Bayern“ angestrebt: 

  • Vernetzung der Bildungsakteure und Transparenz der Bildungsangebote 
  • Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit 
  • Lebenslanges Lernen 
  • Die guten Lebensbedingungen im Raum Regensburg sollen auch in Zukunft gesichert sein. Dazu ist ein breites Bildungsangebot und Fachkräfteentwicklung notwendig. 
  • Einrichten von weiteren projektspezifischen Arbeitsgruppen 
  • Identifizierung und Publikation eines Handlungsbedarfs durch die intensive Vernetzung in themenspezifischen Arbeitsgruppen: Das Thema „Bildung“ ist eine Querschnittsaufgabe vieler Bereiche. Schwerpunkte für die künftige Arbeit in der Bildungsregion Regensburg sollen deshalb im Zusammenwirken mit allen Bildungsakteuren durch einen fachlichen Austausch ermittelt und gemeinsam erarbeitet werden. 
  • Durchführen von jährlichen Bildungskonferenzen 
  • Stärkung der Zusammenarbeit von Stadt und Landkreis

2. Bisheriges Verfahren
Im Rahmen der Initiative, die inzwischen den Namen „Gemeinsame Wege gestalten - Bildungsregion Stadt & Landkreis Regensburg“ trägt, wurden bisher folgende Schritte durchlaufen:

2.1. Dialogforum und Arbeitskreisbildung (1. Workshoprunde) am 26.02.2016
Das 1. Dialogforum fand im Gymnasium Lappersdorf mit 230 Teilnehmern statt. Es wurde die Initiative „Bildungsregionen in Bayern“ des Bayerischen Kultusministeriums den politischen Vertretern und den Bildungsakteuren der Region vorgestellt. Gleichzeitig wurden die Anwesenden gebeten, sich in sechs Arbeitskreisen zu sechs Säulen (1. „Übergänge organisieren und begleiten“ – 2. „Vernetzung schulischer und außerschulischer Bildungsangebote“ – 3. „Kein Talent darf verloren gehen“ – 4. „Bürgergesellschaften stärken“ – 5. „Herausforderung des demographischen Wandels annehmen“ – 6. „Fachkräfte von morgen“) zu engagieren, um das umfangreiche Bildungsangebot vor Ort zu erfassen, mögliche Bildungsdefizite aufzudecken und Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten. Die Säulen 1 bis 5, die vorwiegend die vorschulische und schulische Bildung thematisieren, wurden vom Kultusministerium vorgegeben. Zusätzlich haben Stadt und Landkreis Regensburg eine eigene Säule 6 zum Thema „Lebenslanges Lernen“ entwickelt, die sich mit der Erwachsenenbildung beschäftigt.

2.2. Arbeit in den Arbeitskreisen (2. und 3. Workshoprunde)
In den Monaten Februar 2016 bis Mai 2016 fanden 18 Treffen der sechs Arbeitskreise statt. Die Ergebnisberichte der Arbeitskreissitzungen sind im Internet zu finden unter:
http://www.landkreis-regensburg.de/UnserLandkreis/Regionalentwicklung/Regionalmangement/ ProjektBildungsregion.aspx.
Die Arbeitskreise entwickelten 31 Projektideen.

2.3. Erarbeitung des Bewerbungskonzepts
Aus diesen Ideen und Treffen wurde inzwischen ein Bewerbungskonzept entwickelt, dass ebenfalls unter der o. g. Internetadresse als Entwurf veröffentlicht ist. Das Bewerbungskonzept gliedert sich in drei Hauptteile.
Im Teil A werden zunächst allgemeine regionale Gegebenheiten und Besonderheiten beschrieben. Anschließend erfolgen ein kurzer Überblick über die Bildungssituation der Region, allgemeine Informationen zur Initiative „Bildungsregion in Bayern“ und eine Zusammenfassung über die Ziele und den Mehrwert der Initiative.
Teil B stellt die Arbeit der 18 Arbeitskreissitzungen (Workshops) dar. Jede Säule wird in einer einheitlichen Struktur wie folgt dargestellt: 

  • Der Arbeitskreis 
  • Best-Practice-Beispiele: Die Auswahl ist beispielhaft. 
  • IST-Zustand: Der dargestellte IST-Zustand ist ebenfalls beispielhaft für die bereits vorhandene Angebotsvielfalt. 
  • Handlungsfelder 
  • Visionen - Projektideen

Im Teil C wird aufgezeigt, welche Lösungsvorschläge bzw. Projektideen in den Arbeitskreisen entstanden sind. Zum Abschluss werden die 31 entstandenen Projektideen konkret in einzelnen Projektdatenblättern dargestellt.
Im Rahmen der Initiative wurden u. a. folgende Handlungsfelder identifiziert: 

  • Fokussierung aller an Bildung und Erziehung Beteiligten auf das Kind bzw. den Jugendlichen als Individuum 
  • frühzeitige Berufsorientierung in allen Schularten 
  • Zugang zu außerschulischen Bildungsangeboten unabhängig von sozialer Herkunft 
  • transparente Darstellung von schulischen und außerschulischen Bildungsangeboten 
  • jugendgerechte Information über Beratungsangebote für Jugendlichen in Problemlagen 
  • themenbezogene Vernetzung (durch Einrichten weiterer Arbeitskreise) 
  • Öffnung der Schulen

3. Behandlung in verschiedenen Gremien
Die Projektideen wurden dem Kreistag bereits am 11.07.2016 und das Bewerbungskonzept dem Jugendhilfeausschuss der Stadt Regensburg am 21.09.2016 und dem Ausschuss Bildung, Sport und Freizeit der Stadt Regensburg am 28.09.2016 vorgelegt.

4. Weitere Schritte
Vorstellung im Stadtrat der Stadt Regensburg am 29.09.2016 und im Jugendhilfeausschuss des Landkreises Regensburg am 06.10.2016
Voraussetzung für die Auszeichnung mit dem Qualitätssiegel „Bildungsregion in Bayern“ ist u. a., dass die örtlichen Jugendhilfeausschüsse von Stadt und Landkreis Regensburg beim Erstellen des Bewerbungskonzepts beteiligt werden.
Präsentation des Ergebnisberichts beim 2. Dialogforum am 28.10.2016
Im 2. Dialogforum in der Städtischen Berufsschule II der Stadt Regensburg, werden das Bewerbungskonzept „Gemeinsame Wege gestalten - Bildungsregion Stadt & Landkreis Regensburg“ der Öffentlichkeit vorgestellt und weitere Anregungen gesammelt. Diese werden anschließend in das Bewerbungskonzept eingearbeitet. Am 2. Dialogforum teilnehmen wird auch ein Vertreter des Kultusministeriums, dem die Bewerbung um das Qualitätssiegel „Bildungsregion in Bayern“ übergeben wird.

5. Ausblick:
Die Workshopteilnehmer und weitere Interessierte wurden inzwischen dazu aufgerufen, sich für die konkrete Ausarbeitung und anschließende Umsetzung der Projektideen zu engagieren. Je nach Interessenbekundung werden weitere Arbeitskreise unter Federführung der für die Bildungsregion zuständigen Sachbearbeiter von Stadt und Landkreis Regensburg ins Leben gerufen.“

Auf Vorschlag von Stellvertretendem Landrat Willi Hogger fasste der Jugendhilfeausschuss einstimmig folgenden Beschluss: 

  1. Der Jugendhilfeausschuss nimmt das Bewerbungskonzept von Stadt und Landkreis Regensburg „Gemeinsame Wege gestalten - Bildungsregion Stadt & Landkreis Regensburg“ zur Kenntnis. 
  2. Der Jugendhilfeausschuss beschließt, dass sich der Landkreis gemeinsam mit der Stadt Regensburg beim Staatsministerium für Unterricht und Kultus um das Qualitätssiegel „Bildungsregion in Bayern“ bewirbt.

4. Anerkennung des Vereins „Jugendarbeit im Landkreis Regensburg e.V.“ als Träger der freien Jugendhilfe nach § 75 SGB VIII
Aufgrund zwischenzeitlich noch bestehenden Klärungsbedarfs schlägt Stellvertretender Landrat Willi Hogger eine Zurückstellung dieses Tagesordnungspunktes vor. Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses erklärten sich damit einverstanden.

5.1. Zuschussantrag zur Förderung des Jugend-Cafes der Evangelischen Jugendsozialarbeit Regensburg
Auf Vorschlag von Stellvertretendem Landrat Willi Hogger fasste der Jugendhilfeausschuss einstimmig folgenden Beschluss: 

  1. Der Evangelischen Jugendsozialarbeit Regensburg wird für das Haushaltsjahr 2017 ein Zuschuss in Höhe von 15 % der anerkannten Personalkosten (voraussichtlich 4.560,00 €) bewilligt. 
  2. Für die Haushaltsjahre 2018 und 2019 ist ein Zuschuss in Höhe von 15 % der anerkannten Personalkosten unter dem Vorbehalt zur Verfügung stehender Haushaltsmittel vorgesehen und nach Genehmigung des Kreishaushalts auszuzahlen.

5.2. Zuschussantrag zur Förderung der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe
Auf Vorschlag von Stellvertretendem Landrat Willi Hogger fasste der Jugendhilfeausschuss einstimmig folgenden Beschluss:

Dem Paritätischen Wohlfahrtsverband wird für das Projekt „KISS – Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe“ für das Haushaltsjahr 2017 ein Zuschuss in Höhe von 10.000,00 € bewilligt. Sofern in den Folgejahren die Fördervoraussetzungen gegeben sind, wird für die Haushaltsjahre 2018 und 2019 vorbehaltlich der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel jeweils ein Zuschuss in Höhe von 10.000,00 € bewilligt.

6. Sachstandsbericht Jugendkreistag
Jugendamtsleiter Werner Kuhn berichtete zu diesem Thema wie folgt:

„Auf Initiative von Landrätin Tanja Schweiger wurde ein Jugendkreistag neu geschaffen. Alle Fraktionen im Kreistag stimmten der Einrichtung dieses neuen Gremiums zu.

Der Kreistag legte in der Leitlinie vom 22.02.2016 „Mach mit, gestalte deinen Landkreis“ die Rahmenbedingungen für den Jugendkreistag fest.

Der Jugendkreistag soll Jugendlichen Einblicke in die Arbeitsweise kommunalpolitischer Gremien gewähren und die Möglichkeit schaffen, sich mit landkreisbezogenen Themen auseinanderzusetzen. Die hieraus resultierenden Anregungen und Beschlüsse sollen den politisch Verantwortlichen Denkanstöße geben und -sofern die Zuständigkeit gegeben ist- in die Arbeit des Kreistages miteinfließen.

Weitere wichtige Eckpunkte der Leitlinie sind: 

  1. Der Jugendkreistag besteht aus 70 Mitgliedern im Alter zwischen 14 – 17 Jahren 
  2. Jede allgemein- oder berufsbildende Schule, die ihren Sitz im Landkreis Regensburg hat bzw. die unter der Sachaufwandsträgerschaft des Landkreises Regensburg steht, kann zwei Schülerinnen bzw. Schüler entsenden. 
  3. Jede allgemein- oder berufsbildende Schule mit Sitz außerhalb des Landkreises und die von mehr als 100 Gastschülerinnen und Gastschüler aus dem Landkreis Regensburg besucht wird, kann eine Schülerin bzw. Schüler mit Hauptwohnsitz im Landkreis Regensburg in den Jugendkreistag entsenden. 
  4. Der Kreisjugendring erhält mindestens zwei Sitze. Sind über die Schulen weniger als 70 Sitze zu verteilen, werden die nicht zu verteilenden Sitze über den Kreisjugendring belegt. 
  5. Die Schulen und der Kreisjugendring entscheiden über das Auswahlverfahren der Schülervertreter selbständig. Die Festlegung soll für ein Schuljahr gelten. 
  6. Der Jugendkreistag wird i. d. Regel zweimal jährlich einberufen. 
  7. Den Vorsitz führt die Landrätin. 
  8. Weitere Teilnehmer sind je ein Vertreter der Kreistagsfraktionen, ein Vertreter der Verwaltung, der Kreisjugendpfleger und ein Vertreter des Kreisjugendrings.

Am 07.07.2016 fand im großen Sitzungssaal die erste Sitzung des Jugendkreistages statt. Die Tagesordnung war sehr umfangreich, da im Vorfeld über die Schulen von den Jugendkreisräten/-innen insgesamt 19 Anträge und Anfragen eingingen. Auch Themen, die nicht in die Zuständigkeit des Landkreises Regensburg fielen, waren Gegenstand der Sitzung.

Die Anträge bzw. Anfragen deckten eine breite Palette von politischen und gesellschaftlichen Themen ab. So befasste sich der Jugendkreistag u. a. mit der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Sportvereinen, der Schülerbeförderung, der Umgestaltung des Pausenhofes an der Realschule Regenstauf und der freien WLAN-Nutzung am Staatlichen Berufsbildungszentrum Regensburg. Auch eine Kampagne für artgerechte Tierhaltung und der Verwertung regionaler Produkte sowie das Aufstellen eines Wasserspenders an der Fachoberschule Regensburg waren Themenfelder des Jugendparlaments. Jugendspezifische Anfragen zur Drogenprävention an Schulen, zu Selbstverteidigungskursen für Mädchen und zu einer Jugenddisco rundeten das Themenspektrum ab.

Alle Beschlüsse wurden einstimmig gefasst und bei eigener Zuständigkeit zur Umsetzung der Landkreisverwaltung vorgelegt. Zur Wiedereinführung der Kostenfreiheit des Schulweges für Schüler ab dem 11. Schuljahr wurde sogar der Beschluss gefasst, sich mit einer Petition an den Bayerischen Landtag zu wenden.

Die übrigen nicht in der Zuständigkeit des Landkreises liegenden Anträge wurden an die zuständigen Stellen weitergeleitet.

Die Jugendkreisräte diskutierten lebhaft, engagiert und auch kritisch über die Themen- und Problemfelder. Nicht zuletzt an den vielen konstruktiven Redebeiträgen hat sich gezeigt, dass der Jugendkreistag ein geeignetes Instrument zur Heranführung von Jugendlichen an politische Themen ist.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Erwartungen an den Jugendkreistag bei der ersten Sitzung voll erfüllt wurden. Das Jugendgremium wird voraussichtlich Anfang des nächsten Jahres wieder tagen.“

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