Meldung vom 23.03.2017 13:57:53
„Erfolg hat drei Buchstaben: TUN!“ Landrätin Tanja Schweiger übergibt den Aktionsplan Inklusion und Demographie an wichtige Umsetzungspartner aus der Region

Regensburg (RL). Unter dem Motto „Gemeinsam geht’s besser“ hat der Landkreis Regensburg Anfang April 2016 den Startschuss zur Erstellung des Aktionsplans Inklusion und Demographie gegeben. Das Ergebnis ist ein bedarfsgerechtes Maßnahmenkonzept zur Umsetzung von Inklusion im Landkreis Regensburg in allen Lebensbereichen. Insgesamt beteiligten sich über 200 Menschen mit und ohne Behinderung an diesem Entwicklungsprozess. Unter dem Motto „Erfolg hat drei Buchstaben: TUN!“ hat Landrätin Tanja Schweiger nun den Aktionsplan vorgestellt und zusammen mit Bayerns Sozialstaatssekretär Johannes Hintersberger das über 250 Seiten dicke Geheft an wichtige Umsetzungspartner aus der Region übergeben.

Landrätin Tanja Schweiger (achte v.li.) zusammen mit Sozialstaatssekretär Johannes Hintersberger (re.daneben) und der Regionalmanagerin des Landkreises, Johanna Bräu (re.außen), bei der Übergabe des Aktionsplans Inklusion und Demographie an wichtige Umsetzungspartner aus der Region.
Landrätin Tanja Schweiger (achte v.li.) zusammen mit Sozialstaatssekretär Johannes Hintersberger (re.daneben) und der Regionalmanagerin des Landkreises, Johanna Bräu (re.außen), bei der Übergabe des Aktionsplans Inklusion und Demographie an wichtige Umsetzungspartner aus der Region.

„Der Aktionsplan Inklusion soll kein imposantes Druckwerk sein, das in der Schublade verstaubt. Mit Übergabe des Aktionsplans Inklusion und Demographie wird ein Zeichen der Verbindlichkeit gesetzt. Nicht alle Maßnahmen können sofort umgesetzt werden, denn Inklusion ist ein Prozess, der Aktionsplan ein Fahrplan für die nächsten Jahre. Ein herzliches Vergelt´s Gott an alle, die bisher mit ihrem Fachwissen und ihrem Engagement unseren Aktionsplan mit Leben gefüllt haben und schon jetzt vielen Dank an alle Partner, die uns dabei helfen, den Alltag von Menschen mit Handicap in Zukunft einfacher zu gestalten“, so Landrätin Tanja Schweiger.

Sozialstaatssekretär Hintersberger dankte Landrätin Tanja Schweiger und allen an der Erstellung des Aktionsplans beteiligten Personen für deren Engagement und die professionelle Leistung und betonte bei der Übergabe: „Eine inklusive Gesellschaft, an der Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen teilhaben können, in der sie ganz selbstverständlich zusammen arbeiten, leben, ihre Freizeit verbringen – das ist unser Ziel. Der Aktionsplan Inklusion hilft, diesem Ziel Stück für Stück näher zu kommen.“

Der Aktionsplan als bedarfsgerechtes Umsetzungskonzept für alle Lebensbereiche
Definierte Handlungsfelder während des Entwicklungsprozesses waren „Barrierefreies Bauen und Wohnen“, „Arbeit und Beschäftigung“, „Mobilität und Barrierefreiheit im öffentlichen Raum“, „Freizeit, Kultur und Sport“, „Politische Teilhabe, Beratung und Information“ sowie „Schule und frühkindliche Bildung“. In 19 Workshops haben interessierte Bürgerinnen und Bürger, Vertreter von Vereinen und Einrichtungen aus der Behindertenarbeit, Bürgermeister, ehrenamtlich Engagierte sowie Firmen- und Behördenvertreter insgesamt 106 Maßnahmen erarbeitet, damit Inklusion im Landkreis zukünftig noch besser gelingen kann. Zudem wurden in einer breit angelegten Befragung die Belange von Menschen mit Behinderung erhoben. Das BASIS-Institut, das schon mehrere Aktionspläne erstellt hat, begleitete das Projekt fachlich und wissenschaftlich.

Der für den Landkreis Regensburg bedarfsgerechte Umsetzungsplan soll kurz-, mittel- und langfristig umgesetzt werden. 7o Maßnahmen fallen in den Verantwortungsbereich des Landkreises, 36 liegen im Verantwortungsbereich von 30 Umsetzungspartnern. Zu den Maßnahmen, die der Landkreis kurzfristig umsetzen wird, gehört zum Beispiel die Schaffung einer zentralen Anlaufstelle für Menschen mit Behinderung im Regensburger Landratsamt. Diese soll bedarfsgerecht und bürgernah beraten und unterstützen. Die Anlaufstelle wird die Umsetzung der Maßnahmen, für die der Landkreis zuständig ist, koordinieren, regelmäßig Bericht über das Umgesetzte erstatten und dazu beitragen, das Netzwerk der Umsetzungspartner aufzubauen und zu erhalten. Dem Netzwerk der Umsetzungspartner gehören Vertreter der Beratungsstellen und sozialen Dienste, der Kommunen, der Kostenträger, der offenen Behindertenarbeit, aus Arbeit und Wirtschaft, der Presse, der Stadt Regensburg, aus dem Bildungsbereich und der Erziehungsberatungsstellen, der Vereine im Landkreis sowie Umsetzungspartner für inklusive/barrierefreie Infrastruktur an. In den nächsten Jahren soll der Aktionsplan vom Landkreis, den Kommunen, Einrichtungen, Verbänden und Institutionen schrittweise umgesetzt werden, damit die Inklusion von Menschen mit Behinderung im Landkreis Regensburg kontinuierlich ausgebaut wird.

Ausblick für den Landkreis Regensburg – kurzfristige Maßnahmen
Am 13. Februar 2017 wurde der Aktionsplan dem Kreistag vorgestellt und von diesem hinsichtlich der vorgeschlagenen Maßnahmen im Verantwortungsbereich des Landkreises positiv beschlossen.
Folgende Maßnahmen sollen konkret kurzfristig in die Umsetzung gebracht werden: 

  • Barrierefreie Planung von Veranstaltungen inklusive Erarbeitung eines Leitfadens und einer Übersicht über barrierefreie Veranstaltungsorte 
  • Schulungen/Sensibilisierung der Mitarbeiter im Landratsamt zum Thema Inklusion und Teilhabe 
  • Optimierung des Internetauftritts hinsichtlich Barrierefreiheit. Über die Umsetzung des Aktionsplans wird regelmäßig im Internet Bericht erstattet. 
  • Verbesserung des Wohnraumangebotes (durch Bedarfsermittlung barrierefreier Wohnungen und die Schaffung transparenter Informationsstrukturen hinsichtlich des barrierefreien Wohnungsangebotes) 
  • Schaffung eines Beratungsangebots für Bauherren (hinsichtlich Barrierefreiheit) sowie Schulungen der Bauabteilungen in den Gemeinden 
  • Einbeziehung von Menschen mit Behinderung (zum Beispiel durch Auditgruppen in Planungsprozesse von Bauvorhaben des Landkreises, insbesondere beim Bau von öffentlichen Gebäuden) 
  • Gestaltung von öffentlichen (Freizeit-) Plätzen (zum Beispiel Barrierefreier Zugang zum Guggenberger See, Straßenbau) 
  • Überprüfung landkreiseigener Liegenschaften und Schulen auf Barrierefreiheit 
  • Veranstaltung eines Symposiums zum Thema „Inklusion am Arbeitsmarkt“ mit dem Regionalmanagement des Landkreises Regensburg (geplant für 2018)

Die Regionalmanagerin des Landkreises steht für weitere Informationen rund um den Aktionsplan gerne zur Verfügung. Kontakt: Johanna Bräu, Tel.: 0941/4009-465, per Fax 0941/4009-490, oder per Mail aktionsplan@lra-regensburg.de .Den Aktionsplan Inklusion und Demographie finden Sie auf der Homepage des Landkreises Regensburg.