Meldung vom 16.08.2017 17:13:28
Dritte Sitzung des Jugendkreistages des Landkreises Regensburg
Regensburg (RL). Kürzlich hat zum dritten Mal der Jugendkreistag des Landkreises Regensburg getagt. Das Gremium soll Jugendlichen die Gelegenheit geben, ihre Ideen, Ansichten und Wünsche zu verschiedenen Themenbereichen in demokratisch legitimierten Gremien zur Sprache zu bringen. 23 Schulen haben Vertreter entsandt. Zusätzlich ist der Kreisjugendring mit zwei Mandaten vertreten. Den Vorsitz führt Landrätin Tanja Schweiger. Aufgrund der Tatsache, dass die 10. Klassen bereits keinen Unterricht mehr haben, waren nicht alle Mitglieder des Jugendkreistages zur Sitzung gekommen.

Der Jugendkreistag des Landkreises Regensburg hat sich vergangenen Mittwoch im Großen Sitzungssaal des Regensburger Landratsamtes zu seiner dritten Sitzung getroffen.
Der Jugendkreistag des Landkreises Regensburg hat sich kürzlich im Großen Sitzungssaal des Regensburger Landratsamtes zu seiner dritten Sitzung getroffen.

Neben den Mitgliedern des Jugendkreistages durfte sie als „Gäste“ Vertreter des „großen“ Kreistages die Kreisrätinnen Maria Scharfenberg und Dr. Daniela Baumer, die Kreisräte Harald Stadler, Richard Wild und Johann Jeserer sowie einige interessierte Besucher und eine Reihe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamtes begrüßen.

Was wurde aus den Themen, die bei der letzten Sitzung des Jugendkreistages behandelt wurden?
Der erste Punkt auf der Tagesordnung war die Berichterstattung über den Sachstand der in der vergangenen Sitzung eingereichten Anträge. Jugendkreisräte der Max-Urich-von-Drechsel Realschule Regenstauf hatten die Landkreisverwaltung im April im Rahmen der Gestaltung ihres Schulhauses um finanzielle Unterstützung gebeten. Bereits damals wurde den Jugendkreisräten mitgeteilt, dass man den Anregungen der Schülerinnen und Schüler zur Umgestaltung des Flures aufgeschlossen gegenüberstehe. Zwischenzeitlich wurden von der Landkreisverwaltung einige Details mit der Schulverwaltung hinsichtlich der farblichen Gestaltung und des Mobiliars abgeklärt und können im Rahmen der geplanten Schulsanierung realisiert werden. Was den Wunsch der Jugendkreisräte betrifft, den Pausenverkauf an den Landkreisschulen nach ernährungsbewussten Aspekten auszurichten, so befürwortet das die Landkreisverwaltung grundsätzlich, zuständig sei hier jedoch das jeweilige Schulforum.

Neues in Sachen „Bildungsregion Stadt und Landkreis Regensburg“ sowie „Aktionsplan Inklusion“
Nach zwei Kurzvorträgen der Landkreisverwaltung zum „Aktionsplan Inklusion und Demografie“ sowie zur „Bildungsregion“, zu der Stadt und Landkreis kürzlich vom bayerischen Bildungsminister Ludwig Spaenle mit einem Siegel ausgezeichnet wurden, stellte der Leiter des Kreisjugendamtes, Werner Kuhn, die Jugendschutzbroschüre des Landkreises „Richtig Feiern“ vor. Dann stand die Abarbeitung der aktuellen Anträge des Jugendkreistages auf der Tagesordnung.

Antrag zum Schwimmunterricht für Flüchtlingskinder
Jugendkreisrätin Maria Birnthaler, Schülerin der Edith Stein-Realschule in Parsberg, erläuterte in ihrem Antrag, dass Kinder mit Migrationshintergrund oft nicht schwimmen können, da sie es in ihrer Heimat nicht gelernt haben oder nicht erlernen konnten. Daher sehe es die Schülerin als wichtiges Anliegen, geflüchteten Kindern, die in Asylbewerberheimen leben, einen Schwimmkurs zu ermöglichen, um deren Sicherheit im Wasser zu gewährleisten.

Die Verwaltung verwies am Mittwoch auf eine Studie des Robert-Koch-Instituts, die von 2009 bis 2012 erhoben wurde. Diese besagt: Etwa 14,5 Prozent der fünf- bis 17-jährigen Kinder und Jugendlichen können nicht schwimmen. Im Vor- und Grundschulalter liegt der entsprechende Anteil höher, im Jugendalter ist er deutlich niedriger. Kinder und Jugendliche mit niedrigem Sozialstatus können seltener schwimmen als Gleichaltrige mit hohem Sozialstatus. Heranwachsende mit beidseitigem Migrationshintergrund sind häufiger Nichtschwimmer als Gleichaltrige ohne Migrationshintergrund. Alle Kinder in Stadt und Landkreis, die hier eine 3. Klasse besuchen beziehungsweise in den letzten Jahren besucht haben, hatten im Rahmen des Projektes „Schwimmen intensiv“ die Möglichkeit, eine Woche lang täglich 45 Minuten Schwimmunterricht in einem Regensburger Hallenbad (beziehungsweise im Hallenbad Neutraubling) zu bekommen. Die Kosten dafür (Eintrittsgelder und Fahrkosten) trugen beziehungsweise tragen Stadt oder Landkreis Regensburg. Laut Abschlussbericht konnten im Schuljahr 2016/17 92 Prozent der Schüler schwimmen. Grundsätzlich werde Schwimmunterricht auch an Realschulen und Gymnasien angeboten und sei auch in den Lehrplänen verankert.

Inwieweit Bedarf bestehe, für Schülerinnen und Schüler ab den 5. Klassen Schwimmkurse anzubieten und gegebenenfalls in welcher Form, dazu fehlen momentan noch Daten. Deshalb wurde mit den Staatlichen Schulämtern im Landkreis und in der Stadt Regensburg und den Ministerialbeauftragten für Realschulen und Gymnasien in der Oberpfalz vereinbart, im neuen Schuljahr die erforderlichen Daten zu erheben und daraus ein Konzept zu erstellen. Das Angebot eines Schwimmunterrichts sollte für alle Schülerinnen und Schüler - unabhängig davon, ob diese einen Migrationsgrund haben - erfolgen. Die Jugendkreisräte waren mit dem Vorschlag der Landkreisverwaltung einverstanden. Kreisjugendpfleger Reinhold Stubenrauch gab zusätzlich den Tipp, sich auch an die Jugendbeauftragten der jeweiligen Gemeinde oder an die DLRG und Wasserwacht zu wenden.

Umweltschutz und das System der Abfallwirtschaft im Landkreis bei der nächsten Jugendkreistagssitzung im Januar 2018.
Am Ende der Sitzung vereinbarten die Landrätin und die Landkreisverwaltung mit den anwesenden Jugendkreisräten, dass die nächste Sitzung voraussichtlich am ersten Tag nach den Weihnachtsferien stattfinden wird. Neben den Anträgen und Themen, welche die Jugendlichen dann mitbringen werden, wird es unter anderem um Umweltschutz sowie um das System der Abfallwirtschaft im Landkreis Regensburg gehen. Die Jugendkreisräte hatten geäußert, dass sie diese Themen aus der Sicht des Landkreises erläutert haben möchten.

Folgende Schulen haben Mitglieder in den Jugendkreistag des Landkreises Regensburg entsandt:
Schulen, die ihren Sitz im Landkreis haben, beziehungsweise bei denen der Landkreis Sachaufwandsträger ist: Gymnasium Lappersdorf, Gymnasium Neutraubling, Gymnasium Parsberg, Mittelschule Alteglofsheim, Mittelschule am Mönchsberg Hemau, Mittelschule Neutraubling, Mittelschule am Schlossberg Regenstauf, Johann-Baptist-Laßleben-Mittelschule Kallmünz, Max-Ulrich-von-Drechsel-Realschule Regenstauf, Edith-Stein-Realschule Parsberg und Berufliches Schulzentrum Regensburger Land.

Schulen, die jeweils von mehr als 100 GastschülerInnen aus dem Landkreis besucht werden: St. Marien-Gymnasium Regensburg, Privat-Gymnasium Pindl e. V. Regensburg, Private Realschule Pindl, Realschule Am Judenstein Regensburg, Albert-Schweitzer-Realschule Regensburg, Von-Müller-Gymnasium Regensburg, Berufliche Oberschule Regensburg, Albrecht-Altdorfer-Gymnasium Regensburg, Mädchenrealschule Niedermünster Regensburg, Johann-Michael-Fischer-Gymnasium Burglengenfeld, Staatliche Realschule Neufahrn und Regental Gymnasium Nittenau.

Wer kann Jugendkreisrat werden?
Jugendkreisrätin oder Jugendkreisrat im Landkreis kann werden, wer mindestens 14, aber noch keine 18 Jahre alt ist, im Landkreis Regensburg wohnt und eine Schule im Landkreis besucht. Schulen außerhalb des Landkreises sind mit einbezogen, wenn sie von mehr als 100 Gastschülerinnen und Gastschülern aus dem Landkreis besucht werden. Über die Auswahl der Jugendkreisrätinnen und Jugendkreisräte entscheiden die Schulen selbständig. Die Festlegung soll für ein Schuljahr gelten. Auch der Kreisjugendring entsendet Vertreter.

Wie können Anträge eingereicht werden?
Die Mitglieder sollten bis spätestens vier Wochen vor dem Jugendkreistag die Anträge bei der Hauptverwaltung des Landkreises Regensburg einreichen. Diese erstellt daraus eine Tagesordnung. Bei den Sitzungen werden alle eingereichten Anträge und Themen diskutiert und darüber abgestimmt. Bei Annahme eines Antrages wird dieser entweder von der Verwaltung des Landratsamtes direkt umgesetzt oder an den Kreistag beziehungsweise an die zuständigen Gemeinden oder Behörden weitergeleitet.

Alle wichtigen Infos zum Jugendkreistag finden Sie auf der Homepage des Landkreises Regensburg unter www.landkreis-regensburg.de, Rubrik „Jugendkreistag“. Bei Fragen zum Jugendkreistag steht Ihnen auch die Hauptverwaltung des Landkreises Regensburg jederzeit gerne zur Verfügung. Kontakt: Matthias Fischer, Telefon: 0941 4009-642, E-Mail: Jugendkreistag@lra-regensburg.de