Meldung vom 24.02.2017 11:32:57
Bericht aus der Sitzung des Krankenhausausschusses am 16.02.2017

Regensburg (RL). Unter der Leitung von Stellvertretendem Landrat Willi Hogger fand am 16.02.17 in der Kreisklinik Wörth/Donau eine Sitzung des Krankenhausausschusses statt.

Hier die Beratungsergebnisse und -gegenstände in der Zusammenfassung:

1. Sanierung der Intensiv- und Endoskopieabteilung sowie Schaffung eines weiteren (Hybrid)-OPs an der Kreisklinik
Krankenhausdirektor Martin Rederer unterrichtete den Ausschuss über den aktuellen Sachstand und das weitere Vorgehen. Hier in der Zusammenfassung die wichtigsten Aussagen:

Die neuen Gebäudeteile des Bauabschnittes 1 an der Kreisklinik sind fertiggestellt. In Betrieb genommen sind die Endoskopie, der neue Hybrid-OP und die Zentralsterilisation. Bezogen werden können in Kürze die neuen Umkleiden und der erweiterte Kantinenbereich.

Im Bauabschnitt 2 im Gartengeschoss hat die Krankenhausleitung bereits ihre Räume bezogen.
Derzeit laufen die Arbeiten am „Interimsaufwachraum“, der planmäßig Ende Februar in Betrieb gehen soll. Die gesamte Baumaßnahme soll Ende 2017 abgeschlossen sein. Der Landkreis Regensburg und der Freistaat Bayern werden in den nächsten Jahren insgesamt 18,7 Mio. EURO in die Zukunftsfähigkeit der Kreisklinik investieren. Der Anteil für den Landkreis Regensburg beträgt hierbei 7,8 Mio. EURO.

2. Jahresabschlussprüfung 2015 des Eigenbetriebs Kreisklinik Wörth/Donau
Der Ausschuss stimmte einer Beschlussempfehlung an den Kreistag zu, den Jahresabschluss 2015 für den Eigenbetrieb Kreisklinik Wörth/Donau festzustellen. Dies auf der Grundlage durchgeführter Prüfungen des Jahresabschlusses sowohl durch den Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband als auch durch den Kreisrechnungsprüfungsausschuss, die jeweils die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses bestätigt haben.

3. Informationen zum Wirtschaftsplan 2017 der Kreisklinik Wörth a.d.Donau
Krankenhausdirektor Martin Rederer erstattete dem Ausschuss folgenden Bericht.
„Nach wie vor wird die wirtschaftliche Situation der deutschen Krankenhäuser kritisch beurteilt. Beinahe jede zweite Klinik in Bayern hat (Quelle: Pressemeldung der Bayerischen Krankenhausgesellschaft) in den letzten Jahren Verluste geschrieben. Bei den Erwartungen für das Jahr 2017 fürchteten die Krankenhäuser eine Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation. Die Zukunftserwartungen der Krankenhäuser fallen also insgesamt pessimistisch aus.

Das Ministerium für Gesundheit und Pflege hat - vertreten durch Frau Ministerin Melanie Huml - bei der BKG Mitgliederversammlung am 16. Dezember 2016 ein klares Bekenntnis zur flächendeckenden Versorgung in Bayern ausgesprochen. Die Eckpunkte des Krankenhausstrukturgesetzes (KHSG) beinhalten sicherlich sowohl Chancen als auch Risiken für die Kliniken.

Zentrale Forderung der Kliniken ist nach wie vor eine nachhaltige Krankenhausfinanzierung.

Strategien zur Bewältigung der massiven Veränderungen und Ausblick
Grundsätzlich ist natürlich eine Betrachtung in die Zukunft hinein aufgrund der sich ständig verändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen mit einem gewissen Unsicherheitsfaktor belastet, der umso größer ist, je länger sich der Betrachtungszeitraum in die Zukunft erstreckt.
Um den gravierenden Veränderungen gerecht werden zu können, sind u.a. folgende Maßnahmen in der Kreisklinik Wörth umzusetzen bzw. geplant:

Die Klinik hat sich in den letzten Jahren durch ein überdurchschnittliches Patientenwachstum enorm entwickelt und steht mit seinem Leistungsgeschehen gut da. Besonders erfreulich ist, dass das Haus auch im letzten Jahr den Wachstumskurs der vergangenen Jahre fortsetzen konnte.
Die außergewöhnliche Patientenentwicklung kann dadurch verdeutlicht werden, dass im stationären Bereich die Patientenzahlen gegenüber dem Vorjahr erneut deutlich übertroffen wurden. In Zahlen ausgedrückt heißt dies, dass im Jahr 2016 rd. 6.550 stationäre Patienten versorgt wurden, das sind rd. 250 mehr als im letzten Jahr (+ 3,96%; VJ 6.300). Im ambulanten Bereich sind rd. 19.900 Patienten (+ 4,2%; VJ 19.100) behandelt worden.

Trotz der Sparpolitik des Gesetzgebers wird das Klinik-Management weiterhin große Anstrengungen unternehmen, um „solide“ Zahlen zu erreichen. Dabei wird ein wichtiges Ziel für 2017 ein moderater Wachstumskurs mit dem weiteren Ausbau des Leistungsspektrums sein.

Dank der großen Unterstützung und der zukunftsorientierten Entscheidungen durch die Landkreisgremien konnten hervorragende Rahmenbedingungen zur Verbesserung der Behandlungsqualität für die Patienten geschaffen werden.
Eine wichtige Zukunftsinvestition wird mit der Sanierung und Erweiterung des Intensiv- und Endoskopie-Bereiches sowie mit der Schaffung eines weiteren OPs als Hybrid-OP getätigt. Schon im Herbst 2016 wurden die personellen Ressourcen auf einen 4-Saal-Betrieb in der Kreisklinik ab Januar 2017 ausgerichtet, der auch dann erfolgreich angelaufen ist.

Im Hinblick auf die in der Gesetzgebung beschlossene Qualitätsverbesserung in der stationären Versorgung engagiert sich die Kreisklinik bereits auf freiwilliger Basis über den gesetzlich vorgegebenen Rahmen hinaus mit zwei Initiativen und macht damit das Thema „Behandlungsqualität“ zu einem weiteren Schwerpunkt ihrer Arbeit:

Mit der Zertifizierung als EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung hat die Kreisklinik eine Qualitätsoffensive gestartet, die nach außen die hervorgehobene Versorgungsstruktur aufzeigen und bestätigen soll. Insbesondere in Zeiten, in denen die Krankenkassen eine zu schnelle Indikationsstellung für die Implantation von Endoprothesen anprangern und eine Zweitmeinung fordern, ist die Zertifizierung als EndoProthetikZentrum der richtige Weg. Im Mai 2014 konnte sich die Kreisklinik in einem Klinik – Praxis Verbund erfolgreich als 14. Endo-Prothetik-Zentrum der Maximalversorgung in Bayern zertifizieren lassen. In den Jahren 2015 und 2016 konnten die Wiederholungsaudits erfolgreich gemeistert werden.

Ebenfalls erfolgte im Jahr 2016 gemeinsam mit den orthopädischen Fachpraxen MedArtes in Neutraubling und MVZ Straubing Orthopäde die Zertifizierung zum Zentrum für Fuß- und Sprunggelenkschirurgie. Die Kreisklinik ist hier eines von insgesamt 20 Zentren in Deutschland, die sich für das Spezialgebiet der Fuß- und Sprunggelenkschirurgie spezialisiert hat.

Eine weitere Aktivität der Kreisklinik erfolgt in der Initiative Qualitätsmedizin (IQM), wo sich Krankenhäuser für mehr medizinische Qualität bei der Behandlung ihrer Patienten engagieren.
Dabei verfolgen die rd. 350 IQM-Mitgliedskrankenhäuser folgende Ziele: 

  1. Qualitätsmessung auf Basis von Routinedaten 
  2. Transparenz der Ergebnisse durch deren Veröffentlichung 
  3. Qualitätsverbesserungen durch Peer Review Verfahren

Damit gehen die IQM-Häuser freiwillig weit über die bestehenden gesetzlichen Anforderungen zur Qualitätssicherung hinaus und setzen im Interesse bester Medizin und größtmöglicher Patientensicherheit Maßstäbe. Die Kreisklinik Wörth hat die Qualitätsdaten der Jahre 2014 und 2015 auf ihrer Homepage veröffentlicht und somit die Qualität der Klinik für jedermann transparent gemacht.

Mit der Einstellung von Dr. med. Bernhard Bothschafter als Chefarzt der Gefäßchirurgie hat die Klinik einen weiteren erfolgreichen Schritt in Richtung weiterer Schwerpunkte und Spezialisierung in der Chirurgie geschaffen.

Wirtschaftsplan 2017
Zum Wirtschaftsplan 2017 der Kreisklinik Wörth a. d. Donau kann Folgendes berichtet werden:
Das Gesamtvolumen des Wirtschaftsplanes beläuft sich bei den Einnahmen auf 38.232.300 € und bei den Ausgaben auf 38.222.300 €, so dass sich ein Überschuss von 10.000 € ergibt.

Erfolgsplan
Der Erfolgsplan 2017 beinhaltet folgende Zahlen: 

  • Einnahmen in Höhe von 31.895.300 € und Ausgaben 31.885.300 € aus, so dass von einem Überschuss von 10.000 € ausgegangen wird; 
  • geplant sind 6.980 Casemix-Punkte; 
  • es wird von rd. 20.000 ambulanten Patienten ausgegangen;

Vermögensplan
Der Vermögensplan weist ein Volumen von 6.337.000 € aus.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass trotz der schwierigen gesetzlichen Rahmenbedingungen die Kreisklinik aufgrund der positiven Leistungsentwicklungen auch in diesem Jahr voraussichtlich wieder solide Zahlen schreiben kann, wenn ein Casemix-Volumen von 6.980 Punkten mit den Krankenkassen verhandelt und in der Kreisklinik erbracht werden kann.“

Der Krankenhausausschuss stimmte zu, den Wirtschaftsplan dem Kreistag zur Genehmigung vorzulegen.

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