Meldung vom 12.04.2017 13:06:19
Zweite Sitzung des Jugendkreistages des Landkreises Regensburg
Regensburg (RL). Vergangenen Freitag hat zum zweiten Mal der Jugendkreistag des Landkreises Regensburg getagt. Das Gremium soll Jugendlichen die Gelegenheit geben, ihre Ideen, Ansichten und Wünsche zu verschiedenen Themenbereichen in demokratisch legitimierten Gremien zur Sprache zu bringen. Aktuell setzt sich der Jugendkreistag aus 36 „ordentlichen“ Mitgliedern zusammen. 23 Schulen haben Vertreter entsandt. Zusätzlich ist der Kreisjugendring mit zwei Mandaten vertreten. Den Vorsitz führt Landrätin Tanja Schweiger.

„Ich freue mich sehr, Euch zum zweiten Mal im Landratsamt begrüßen zu dürfen. Als Vertreter des Jugendkreistages seid ihr das Sprachrohr der rund 33.000 Kinder und Jugendlichen im Landkreis. Wir nehmen Eure Anliegen ernst und bemühen uns sie - soweit es uns als Landkreisverwaltung möglich ist - umzusetzen“, so die Landrätin bei der Begrüßung. Neben den Mitgliedern des Jugendkreistages durfte sie als „Gäste“ Vertreter des „großen“ Kreistages, die Kreisrätin Petra Lutz und die Kreisräte Harald Stadler, Richard Wild, Matthias Ipfelkofer und Johann Jeserer sowie einige interessierte Bürger und eine Reihe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamtes begrüßen.

Was wurde aus den Themen, die bei der letzten Sitzung des Jugendkreistages behandelt wurden?
Der erste Punkt auf der Tagesordnung war die Berichterstattung über den Sachstand der in der konstituierenden Sitzung eingereichten Anträge. Die Jugendlichen hatten vergangenes Jahr 19 Anliegen vorbereitet, etwa zur Schülerbeförderung oder zur Ausstattung der Schulen mit Wasserspendern oder freiem WLAN. Weitere Themen waren Aufklärungskampagnen über Drogen oder die Kooperation von Schulen mit Sportvereinen. Alle Antragsinhalte wurden von der Landkreisverwaltung überprüft und – soweit möglich - umgesetzt. So haben etwa zehn Schulen, für die der Landkreis selbst Sachaufwandsträger ist, inzwischen Wasserspender. Was den damaligen Beschluss des Jugendkreistages zur Umgestaltung des Pausenhofes der Realschule Regenstauf betrifft, so wurde dieser mit einem Betrag in Höhe von 26.000 Euro in die aktuelle Haushaltsplanung aufgenommen. Die Umsetzung wird noch 2017 erfolgen. Bei Themen ohne konkreten Umsetzungsauftrag hat die Landkreisverwaltung die Jugendkreisräte ausführlich beraten und ihnen ihre Unterstützung zugesagt. Anliegen, bei denen der Landkreis nicht selbst tätig werden konnte, wie etwa der Antrag auf Parkbeleuchtung in der Stadt Regensburg oder der Antrag auf Errichtung einer Tempo-30-Zone in Moosham, wurden an die zuständigen Ansprechpartner weitergeleitet. Die im vergangenen Jahr vom Jugendkreistag beschlossene Resolution an den Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags bezüglich Schülerbeförderungskosten wurde am Freitag von der Antragstellerin präsentiert.

Erneut Themen, welche die Lebenswirklichkeit von Schülern betreffen
Nach einer kurzen Ausführung der Landrätin über den erst kürzlich beschlossenen Haushalt in Höhe von über 200 Millionen Euro und die laufenden Projekte des Landkreises stand die Abarbeitung der aktuellen Anträge des Jugendkreistages auf der Tagesordnung. Wie schon in der konstituierenden Sitzung hatten die Jugendlichen auch am Freitag Themen vorgebracht, die den Schulalltag unmittelbar betreffen; so etwa der erneute Antrag auf Ausstattung des Beruflichen Schulzentrums Regensburger Land mit freiem WLAN, den Wunsch nach Ausbau der Busverbindungen im nördlichen beziehungsweise im südöstlichen Landkreis oder die Bitte um finanzielle Unterstützung im Rahmen einer Schulhausgestaltung.

Ausstattung des Beruflichen Schulzentrums Regensburger Land mit freiem WLAN
Bereits in der Sitzung am 08.07.2016 fasste der Jugendkreistrag einstimmig den Beschluss, dass der Antrag auf Installierung von freiem WLAN am Beruflichen Schulzentrum Regensburger Land beziehungsweise an den Schulen, für die der Landkreis Regensburg Sachaufwandsträger ist, durch die Landkreisverwaltung geprüft und gegebenenfalls umgesetzt werden soll. Die Landkreisverwaltung und die Mitglieder des Jugendkreistages konnten sich am Freitag darauf einigen, dass freies WLAN für die Nutzung privater mobiler Geräte zu Unterrichtszwecken am Beruflichen Schulzentrum Regensburger Land und auch generell nicht erforderlich ist. Stattdessen werden die Landkreisschulen für die Nutzung von lokalem WLAN mit Tablets ein pädagogisches Konzept entwickeln. Das Staatliche Berufliche Schulzentrum Regensburger Land werde in diesem Jahr mit weiteren Tablets vom Landkreis ausgestattet, so die Aussagen der Landkreis-Schulverwaltung. Ein Arbeitskreis - bestehend aus Schulleitern, EDV-Stelle und Schulverwaltung des Landkreises Regensburg sowie System- und EDV-Fachbetreuern der Schulen - hatte das Thema bereits vor der Sitzung intensiv diskutiert: Das Ergebnis: in den Unterrichtsräumen des Schulgebäudes sei ein lokales WLAN - das bei Bedarf in Verbindung mit der Verwendung von schuleigenen Geräten Tablets genutzt werden kann – ausreichend.

Antrag zur Flurgestaltung der Max-Ulrich-von-Drechsel Realschule Regenstauf
Jugendkreisräte der Max-Urich-von-Drechsel Realschule Regenstauf haben die Landkreisverwaltung im Rahmen der Gestaltung ihres Schulhauses um finanzielle Unterstützung gebeten. Diese hat dem Jugendkreistag am Freitag mitgeteilt, dass man den Anregungen der Schülerinnen und Schüler zur Umgestaltung des Flures aufgeschlossen gegenüber stehe. Im Rahmen der geplanten Schulsanierung werde man die Vorschläge der Schüler an das Architekturbüro weiterleiten, um diese soweit wie möglich, in das Sanierungskonzept mit aufzunehmen. Im Jahr 2018 soll die Dreifachsporthalle der Realschule saniert werden und im Anschluss, voraussichtlich ab 2019, das Schulgebäude. In diesem Rahmen werden im Schulgebäude unter anderem die Decken, die Beleuchtung, die Böden etc. ausgetauscht. Die Planungen für die Generalsanierung des Schulgebäudes beginnen in den nächsten Wochen.

Anträge auf Verbesserung der Busanbindung vom südöstlichen beziehungsweise nördlichen Landkreis aus Richtung Regensburg
Jugendkreisräte des Gymnasiums Neutraubling wünschen sich vor allem am Wochenende eine bessere Busverbindung vom südlichen und östlichen Landkreis (Mintraching, Schönach, Brennberg und Altenthann) in Richtung Regensburg. Das Thema „Busverbindungen“ wurde von der Landkreisverwaltung an die Gesellschaft zur Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs im Landkreis Regensburg mbH (GFN) beziehungsweise dem Regensburger Verkehrsbund (RVV) übergeben. Josef Weigl, Geschäftsführer RVV und GFN, teilte dem Jugendkreistag am Freitag mit, dass mit Ausnahme von Schönach (Linie 33) das ÖPNV-Angebot für die angeführten Orte in der Vergangenheit bereits nachhaltig verbessert werden konnte. Das Angebot im südlichen Landkreis entspreche den Kriterien des Regionalen Nahverkehrsplans und gehe teilweise über eine Grundversorgung hinaus. Kritisiert würden immer wieder zu Recht die Schwächen im Abendverkehr und am Wochenende. Hier bestehe laut Weigl noch Handlungsbedarf. Maßnahmen sollen zeitnah im Rahmen der zur Verfügung stehenden Finanzmittel umgesetzt werden. Die grundliegende Überarbeitung und bedarfsgerechte Ausweitung des Busangebots auf der Linie 33 „Schönach –Pfatter – Regensburg“ sei eine bisher noch nicht umgesetzte Maßnahme des Regionalen Nahverkehrsplans.

Auch der Antrag von Jugendkreisräten des Regental-Gymnasiums Nittenau hinsichtlich einer besseren ÖPNV-Anbindung von Schulstandorten wurde von GFN und RVV intensiv überprüft und beantwortet. Die ÖPNV-Anbindung der Stadt Nittenau aus dem Bereich der Gemeinden Wenzenbach und Bernhardswald sei derzeit ausschließlich auf den Bedarf des Schülerverkehrs für das Gymnasium Nittenau hin ausgerichtet. Obwohl von der Anzahl der Schüler her die Beförderung auch mit zwei Bussen erfolgen könnte, seien zur Reduzierung der Fahrzeiten und der Stehplatzbelegung morgens und mittags jeweils drei Busse im Einsatz. Ein über die Schülerbeförderung hinausgehendes ÖPNV-Angebot bestehe wegen der zu erwartenden nur sehr geringen Nachfrage nicht.

Generell gelte, dass die GFN in den letzten Jahren wesentliche Angebotsverbesserungen vor allem im Schüler- und Berufsverkehr realisieren konnte. So wurden Taktverkehre verdichtet, Wochenendverkehre und Schnellbusse neu eingerichtet, Gewerbegebiete angebunden und das Angebot für Schüler bedarfsgerechter gestaltet und ausgeweitet. Aus den bereits umgesetzten Optimierungsmaßnahmen im Regional- und Schienenverkehr sowie aus den tariflichen Vergünstigungen im RVV übernehme der Landkreis aus Mitteln des Kreishaushalts bereits ein Defizit von rund 4,3 Mio. Euro jährlich. Der vorhandene Standard solle jedoch gehalten und im Rahmen der zur Verfügung stehenden Finanzmittel weiter verbessert werden. Ziel sei es, mit dem ÖPNV möglichst umfassende Mobilitätsbedürfnisse zu sichern. Vorrangige Grundlage für die Weiterentwicklung des ÖPNV sei aber die Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit der Leistungen, so Josef Weigl.

Landkreisverwaltung, GFN und Jugendkreistag einigten sich darauf, dass bei der Planung des Regionalbusverkehrs - innerhalb des Landkreises und über dessen Grenzen hinaus - soweit möglich die Belange junger Menschen hinsichtlich ihrer Mobilität besonders berücksichtigt werden.

Am Ende der Sitzung gab Landrätin Tanja Schweiger bekannt, dass der Jugendkreistag voraussichtlich vor den Sommerferien wieder tagen werde.

Folgende Schulen haben Mitglieder in den Jugendkreistag des Landkreises Regensburg entsandt:
Schulen, die ihren Sitz im Landkreis haben, beziehungsweise bei denen der Landkreis Sachaufwandsträger ist: Gymnasium Lappersdorf, Gymnasium Neutraubling, Gymnasium Parsberg, Mittelschule Alteglofsheim, Mittelschule am Mönchsberg Hemau, Mittelschule Neutraubling, Mittelschule am Schlossberg Regenstauf, Johann-Baptist-Laßleben-Mittelschule Kallmünz, Max-Ulrich-von-Drechsel-Realschule Regenstauf, Edith-Stein-Realschule Parsberg und Berufliches Schulzentrum Regensburger Land.

Schulen, die jeweils von mehr als 100 GastschülerInnen aus dem Landkreis besucht werden: St. Marien-Gymnasium Regensburg, Privat-Gymnasium Pindl e. V. Regensburg, Private Realschule Pindl, Realschule Am Judenstein Regensburg, Albert-Schweitzer-Realschule Regensburg, Von-Müller-Gymnasium Regensburg, Berufliche Oberschule Regensburg, Albrecht-Altdorfer-Gymnasium Regensburg, Mädchenrealschule Niedermünster Regensburg, Johann-Michael-Fischer-Gymnasium Burglengenfeld, Staatliche Realschule Neufahrn und Regental Gymnasium Nittenau.

Wer kann Jugendkreisrat werden?
Jugendkreisrätin oder Jugendkreisrat im Landkreis kann werden, wer mindestens 14, aber noch keine 18 Jahre alt ist, im Landkreis Regensburg wohnt und eine Schule im Landkreis besucht. Schulen außerhalb des Landkreises sind mit einbezogen, wenn sie von mehr als 100 Gastschülerinnen und Gastschülern aus dem Landkreis besucht werden. Über die Auswahl der Jugendkreisrätinnen und Jugendkreisräte entscheiden die Schulen selbständig. Die Festlegung soll für ein Schuljahr gelten. Auch der Kreisjugendring entsendet Vertreter.

Wie können Anträge eingereicht werden?
Die Mitglieder sollten bis spätestens vier Wochen vor dem Jugendkreistag die Anträge bei der Hauptverwaltung des Landkreises Regensburg einreichen. Diese erstellt daraus eine Tagesordnung. Bei den Sitzungen werden alle eingereichten Anträge und Themen diskutiert und darüber abgestimmt. Bei Annahme eines Antrages wird dieser entweder von der Verwaltung des Landratsamtes direkt umgesetzt oder an den Kreistag beziehungsweise an die zuständigen Gemeinden oder Behörden weitergeleitet.

Alle wichtigen Infos zum Jugendkreistag finden Sie auf der Homepage des Landkreises Regensburg unter www.landkreis-regensburg.de , Rubrik „Jugendkreistag“. Bei Fragen zum Jugendkreistag steht Ihnen auch die Hauptverwaltung des Landkreises Regensburg jederzeit gerne zur Verfügung. Kontakt: Matthias Fischer, Telefon: 0941 4009-642, E-Mail: Jugendkreistag@lra-regensburg.de