Meldung vom 10.07.2018 12:01:59
Oberpfälzer Landräte tagten im Nepal-Tempel

Regensburg (R/L). Der Landkreis Regensburg war dieses Mal Gastgeber der Tagung der Oberpfälzer Landräte. Etwa viermal im Jahr treffen sich Landrat Richard Reisinger (Amberg-Sulzbach), Landrat Franz Löffler (Cham), Landrat Willibald Gailler (Neumarkt i.d.OPf.), Landrat Andreas Meier (Neustadt/Waldnaab), Landrätin Tanja Schweiger (Regensburg) und Landrat Thomas Ebeling (Schwandorf), um sich über aktuelle Fragen aus dem großen Aufgabenspektrum der Landkreise auszutauschen. An den Treffen nehmen zudem immer Regierungspräsident Axel Bartelt und das geschäftsführende Präsidialmitglied des bayerischen Landkreistages, Dr. Johann Keller, teil. Landrätin Tanja Schweiger hatte die Gäste an einen „der schönsten Orte des Landkreises“ eingeladen, zum Nepal-Himalya-Pavillon bei Wiesent.

Der Landkreis Regensburg war diesmal Gastgeber der Tagung der Oberpfälzer Landräte. Tagungsort war der Nepal-Himalya-Pavillon bei Wiesent; Hausherr Heribert Wirth hieß die Gäste herzlich willkommen. Von links: Landrat Wolfgang Lippert, Tirschenreuth, Landrat Willibald Gailler, Neumarkt i.d.OPf., Landrat Thomas Ebeling, Schwandorf, Landrätin Tanja Schweiger, Regensburg, Heribert Wirth, Landrat Andreas Meier, Neustadt a.d.Waldnaab, Landrat Richard Reisinger, Amberg-Sulzbach, Landrat Franz Löffler, Cham, Dr. Johann Keller, geschäftsführendes Präsidialmitglied des Bayer. Landkreistages, Regierungspräsident Axel Bartelt. Foto: LRA/Hans Fichtl
Der Landkreis Regensburg war diesmal Gastgeber der Tagung der Oberpfälzer Landräte. Tagungsort war der Nepal-Himalya-Pavillon bei Wiesent; Hausherr Heribert Wirth hieß die Gäste herzlich willkommen. Von links: Landrat Wolfgang Lippert, Tirschenreuth, Landrat Willibald Gailler, Neumarkt i.d.OPf., Landrat Thomas Ebeling, Schwandorf, Landrätin Tanja Schweiger, Regensburg, Heribert Wirth, Landrat Andreas Meier, Neustadt a.d.Waldnaab, Landrat Richard Reisinger, Amberg-Sulzbach, Landrat Franz Löffler, Cham, Dr. Johann Keller, geschäftsführendes Präsidialmitglied des Bayer. Landkreistages, Regierungspräsident Axel Bartelt. Foto: LRA/Hans Fichtl

Die Tagungsinhalte fassten Landrat Richard Reisinger als Vorsitzender des Bezirksverbandes Oberpfalz des Bayerischen Landkreistages, Landrätin Tanja Schweiger als Gastgeberin und Präsidialmitglied Dr. Johann Keller in einem in Anschluss an die Tagung stattfindenden Pressegespräch zusammen.

Wohnortnahe Krankenhausversorgung
Eine der zentralen Zielsetzungen des Bayerischen Landkreistages, so Richard Reisinger, sei die Aufrechterhaltung einer qualitativ hochwertigen und wohnortnahen Krankenhausversorgung. Dabei stünden, so Dr. Johann Keller, drei Aspekte im Mittelpunkt. Zum einen sei die Anhebung der Investitionskostenförderung des Freistaats von 503 auf 643 Mio. Euro ein erfreuliches – aber aus Sicht des Bayerischen Landkreistages auch dringend notwendiges- Bekenntnis dafür, den kontinuierlich steigenden baulichen und technischen Anforderungen an Krankenhäuser gerecht zu werden. Der zweite Aspekt sei, dass es vom neuen Bundesgesundheitsminister ein positives Signal dafür gebe, dass künftig Personalkostensteigerungen in den Krankenhäusern nicht wie bisher aus dem Etat des Krankenhauses beziehungsweise seines Trägers zu finanzieren sei, sondern von den Kassen im Rahmen der Betriebskostenfinanzierung übernommen werden. Darüberhinaus, so Dr. Keller, gelte es dafür Sorge zu tragen, dass die notfalldienstliche Versorgung des ländlichen Raumes nicht verschlechtert werde. Hier dürften nicht alleine betriebswirtschaftliche Gründe ins Feld geführt, sondern vielmehr der hohe Stellenwert beachtet werden, den die Notfallversorgung auch im ländlichen Raum habe.

Breitband und Mobilfunk zentral wichtig für die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums
Landrätin Tanja Schweiger wies auf die besondere Bedeutung einer leistungsfähigen Versorgung des ländlichen Raums mit Breitband und Mobilfunk hin. Sowohl eine qualitativ hochwertige Breitbandversorgung als auch ein stabiles und lückenloses Mobilfunknetz seien zwingend notwendig, um den ländlichen Raum zukunftsfähig zu machen und insbesondere auch die oft zitierte Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse auch tatsächlich zu erreichen. Die Schaffung eines bayernweiten Mobilfunkzentrums an der Regierung der Oberpfalz zum 01.08.18 sei ein gutes Signal dafür, dass man auf diesem Gebiet substanziell vorankomme; wenngleich die Herausforderung durchaus groß sei, betrachte man alleine die hohe Anzahl der notwendigen neuen Funkmasten. Erfolgversprechende Ansätze liefere ein Pilotprojekt der Fa. Kathrein aus Rosenheim, das die Schließung der Mobilfunklücken durch „Mikrozellen“ wesentlich günstiger und strahlungsärmer gewährleisten könnte, als dies über die bisherige Vorgehensweise möglich sei. Die Grundidee bestehe darin, basierend auf einer kleinteiligen Zellenstruktur (Mikrozellen) ein offenes Mobilfunksystem zu errichten, das von allen Providern genutzt werden könne und auch alle derzeit aktiven Technologien (2G (GSM) / 3G (UMTS) / 4G (LTE)) unterstütze. Dazu werde allerdings finanzielle Unterstützung benötigt. Der Landkreis Regensburg habe sich zudem als Pilotregion dafür bereits angeboten.

Förderprogramm Geburtshilfe muss nachgebessert werden
Ein weiteres wichtiges Thema für die Gesundheitsversorgung des ländlichen Raumes, so Landrätin Tanja Schweiger, sei die Aufrechterhaltung der stationären Geburtshilfe. Das Förderprogramm des Freistaats Bayern sei grundsätzlich ein Schritt in die richtige Richtung. Jedoch müsse dieses Programm noch in einigen Punkten nachjustiert werden, solle es die erhoffte Wirkung entfalten können. Dies gelte besonders für die zweite Säule des Programms, die Unterstützung von kleineren Kliniken im ländlichen Raum, um deren Defizite bei der Geburtshilfe auszugleichen.