Meldung vom 27.03.2018 13:03:59
Erste Netzwerkveranstaltung „Ausbildung. Geht gut bei uns!“ - Tipps in Sachen Nachwuchsgewinnung für Ausbildungsbetriebe
Regensburg (RL). Kürzlich lud die Wirtschaftsförderung des Landkreises Regensburg zum ersten Netzwerktreffen von Ausbildungsbetrieben ins Landratsamt Regensburg. Gegenseitig von guten Beispielen zu lernen, Probleme bei der Suche nach Auszubildenden zu thematisieren und gegenseitig Tipps für eine dauerhafte Bindung von jungen Nachwuchskräften auszutauschen, war das Ziel der Veranstaltung.

 Landrätin Tanja Schweiger (Mitte) zusammen mit Maria Politzka, Leiterin der Wirtschaftsförderung im Landratsamt (2.v.li.), Siegfried Grünner, Ausbildungschef im Landratsamt (re. daneben), Lilli Betz, Teilzeit-Auszubildende im Landratsamt (li.außen), German Sperlich, Wirtschaftsförderung im Landratsamt, und den Vertretern der 13 Ausbildungsbetriebe mit dem Referenten Franz Greipl, Geschäftsführer der Karl Spitz Bau-GmbH & Co. KG (7.v.re.)., beim 1. Netzwerktreffen „Ausbildung. Geht gut bei uns!“ im Landratsamt.
Landrätin Tanja Schweiger (Mitte) zusammen mit Maria Politzka, Leiterin der Wirtschaftsförderung im Landratsamt (2.v.li.), Siegfried Grünner, Ausbildungschef im Landratsamt (re. daneben), Lilli Betz, Teilzeit-Auszubildende im Landratsamt (li.außen), German Sperlich, Wirtschaftsförderung im Landratsamt, und den Vertretern der 13 Ausbildungsbetriebe mit dem Referenten Franz Greipl, Geschäftsführer der Karl Spitz Bau-GmbH & Co. KG (7.v.re.)., beim 1. Netzwerktreffen „Ausbildung. Geht gut bei uns!“ im Landratsamt.


Die Leiterin der Wirtschaftsförderung, Maria Politzka, lud die 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingangs ein, ihre Erwartungen an das Netzwerk im Rahmen einer Vorstellungsrunde zu formulieren. Zudem stellte jeder anhand eines Beispiels vor, was der jeweilige Ausbildungsbetrieb als Besonderheit biete, um Auszubildende langfristig zu gewinnen. Hier reichte die Best-Practice von übertariflicher Bezahlung, über Filialleitung durch Azubis, gemeinsame Freizeitaktivitäten und Teamtraining bis hin zu Einladungen von ganzen Schulklassen zum Betriebsbesuch.

Die Vertreter der 13 Betriebe mit dem Referenten Franz Greipl, Geschäftsführer der Karl Spitz Bau-GmbH & Co. KG, waren sich einig, dass es in vielen Branchen zunehmend schwieriger werde, geeignete motivierte Jugendliche für eine duale Ausbildung zu gewinnen. Der demographische Wandel, aber auch die ansteigende Akademisierung, führten dazu, dass die Anzahl der Jugendlichen an den Mittelschulen sinke und der Ausbildungsmarkt so weniger Bewerber bekäme. Zudem entsprächen die Leistungsanforderungen der Ausbildung, gerade im theoretischen Bereich, oft nicht den Leistungsvoraussetzungen, die die jugendlichen Bewerber mitbringen würden, beklagten die Ausbildungsbetriebsvertreter.

„Die angespannte Situation auf dem Ausbildungsmarkt wird sich auch in den nächsten Jahren nicht entspannen“, erklärte Franz Greipl dem Plenum. Eltern müssten wieder auf die Talente ihrer Kinder achten, denn nicht alle seien für Abitur und Studium geeignet. Mit einer guten dualen Ausbildung erreiche man dagegen den mittleren Bildungsabschluss. Eine Beschäftigung als Facharbeiter oder gar als Meister biete zudem in vielen Berufsbereichen ausgezeichnete Verdienstmöglichkeiten. Was die Ausbildungsbetriebe betrifft, sollten diese eine Vielzahl von Kanälen nutzen, um für ihre Stellenangebote zu werben. YouTube, WhatsApp, Instagram, Twitter, aber auch Printmedien oder Werbesponsoring könnten die Jugendlichen erreichen. Bei Praktikumsangeboten gelte, das Positive und Besondere im Betrieb herauszustellen. Ausbildungsmessen, Ferienjobs oder Schnupperlehren ermöglichen ein gegenseitiges Kennenlernen und Prüfen. Auch gemeinsame Betriebsfeiern, Sportveranstaltungsbesuche oder der familiäre Umgang miteinander in kleinen Betrieben würden dazu beitragen, dass sich der Nachwuchs eingebunden fühlt. Finanzielle Anreize und die Möglichkeit, Berufliches und Privates gut miteinander verbinden zu können, sei jungen Leuten neben der Übertragung von Verantwortung, zunehmend wichtig, so der Referent aus der Baubranche.

Initiative „TeilZeit“ - Ausbildung in Teilzeit beim Landratsamt Regensburg
Eine weitere Möglichkeit für die Gewinnung von Auszubildenden stellte Siegfried Grünner von der Personalstelle des Landratsamtes zusammen mit der Auszubildenden Lilli Betz vor: die Ausbildung in Teilzeit. Diese Möglichkeit wird auf Initiative von Landrätin Tanja Schweiger zwischenzeitlich drei weiblichen Auszubildenden im Landratsamt geboten. Bei reduzierter wöchentlicher Arbeitszeit könne die Ausbildung in regulärer Zeit absolviert werden. Dies ermögliche zum Beispiel, Frau Betz, Mutter von zwei Kindern, die sich bereits im dritten Ausbildungsjahr befindet, Familie und Beruf gut zu vereinbaren. Die Anforderung an die Teilzeitauszubildenden sei groß. Allerdings, so die Erfahrung der Personalstelle im Landratsamt, sei bei den berufstätigen Müttern auch das Organisationstalent äußerst gut ausgeprägt, erklärte Siegried Grünner.

Nach intensivem Erfahrungsaustausch waren sich die Teilnehmer einig, dass die duale Ausbildung wichtig und alternativlos für Betriebe und junge Menschen sei. Für ein weiteres Netzwerktreffen im Herbst 2018 ist geplant, einen Referenten zu gewinnen, der die Denkweise der Generation Z (Jugendliche nach 1995 geboren) den Netzwerkteilnehmerinnen und –teilnehmern näherbringt, kündigte am Schluss Maria Politzka an.


Teilnahme am Netzwerk – Kontakt bei Rückfragen
Ausbildungsverantwortliche, Personalchefs oder auch Betriebsleiter, die gerne Mitglied des Netzwerkes werden möchten, können sich per E-Mail an wirtschaft@lra-regensburg.de  oder telefonisch unter 0941 4009-373 bei der Wirtschaftsförderung des Landkreises Regensburg anmelden. Ansprechpartnerin ist Maria Politzka.

Hintergrund zur Initiative „TeilZeit“
Die Reform des Berufsausbildungsgesetzes im Jahr 2005 regelt die Möglichkeit der Teilzeit-Ausbildung. Im Raum Regensburg informiert die Initiative „TeilZeit“, wie Teilzeitausbildung gelingen kann. Die Gleichstellungsstellen von Stadt und Landkreis Regensburg zusammen mit den Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Jobcenter und der Agentur für Arbeit stehen als erste Ansprechpartnerinnen zur Verfügung. Sie beraten und unterstützen interessierte Teilzeitauszubildende aber auch Unternehmen, damit diese den Bewerberinnen gegenüber aufgeschlossen sind und die Ausbildung junger Eltern oder Berufsrückkehrerinnen als Chance für zukünftige Fachkräfte nutzen. Vor diesem Hintergrund kooperiert die Initiative „TeilZeit“ auch mit dem Sachgebiet Wirtschaftsförderung, Energie und Klimaschutz des Landratsamtes Regensburg und dem Amt für Wirtschaft und Wissenschaft der Stadt Regensburg.