Aufenthalt von EU-Bürgern und deren Familienangehörigen anzeigen

Staatsangehörige der EU-Staaten genießen Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union. Sie benötigen weder Aufenthaltstitel noch Arbeitsgenehmigung. Dasselbe gilt für Staatsangehörige aus den restlichen EWR-Staaten (Norwegen, Island und Liechtenstein).

Lediglich für die Staatsangehörigen aus Kroation ist für eine Übergangszeit weiterhin eine Arbeitsgenehmigung-EU der Agentur für Arbeit erforderlich.

EU-Bürger und Bürger aus Island, Liechtenstein und Norwegen müssen sich nach der Einreise bei der Meldebehörde anmelden und Angaben zum Aufenthaltsrecht machen, d. h. eine sogenannte „Aufenthaltsanzeige“ abgeben. Bis zum 06.01.2013 erhielten EU-Bürger daraufhin eine Bescheinigung über ihr Aufenthaltsrecht (Freizügigkeitsbescheinigung). Seit dem 07.01.2013 ist die Erteilung von Freizügigkeitsbescheinigungen gesetzlich nicht mehr vorgesehen.

Schweizer Bürger haben ebenfalls das Recht auf Freizügigkeit innerhalb der EU, benötigen aber einen Aufenthaltstitel. Sie müssen ihren Aufenthalt bei der Ausländerbehörde anzeigen und diesen (gebührenpflichtigen) Aufenthaltstitel beantragen.

Familienangehörige, die nicht selbst Unionsbürger sind (sog. „Drittstaatsangehörige“) benötigen allerdings für die Einreise ein Einreisevisum. Nach der Einreise erhalten diese von der Ausländerbehörde des Landratsamtes Regensburg eine (gebührenpflichtige) „Aufenthaltskarte für Familienangehörige von Unionsbürgern“.

Voraussetzungen

Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaates der EU, Islands, Liechtensteins, Norwegens und der Schweiz sowie deren Familienangehörige.

Verfahrensablauf

  • Anmeldung bei der Meldebehörde der Wohnsitzgemeinde (Einwohnermeldeamt) 
  • Aufenthaltsanzeige ausfüllen und an die Ausländerbehörde mit den Nachweisen über das Freizügigkeitsrecht senden

Für drittstaatsangehörige Familienmitglieder gilt außerdem: 

  • Persönliche Vorsprache aller Antragsteller, die das 6. Lebensjahr vollendet haben, da auf dem Chip der Aufenthaltskarte Fingerabdrücke gespeichert werden, die nur bei der Ausländerbehörde aufgenommen werden können 
  • Bestellung der Aufenthaltskarte bei der Bundesdruckerei durch die Ausländerbehörde 
  • Sobald die Bundesdruckerei die Aufenthaltskarte an die Ausländerbehörde gesandt hat (die Wartezeit beträgt zwischen 4 und 6 Wochen), wird der Antragsteller benachrichtigt 
  • Abholung des eAT persönlich oder auch durch Dritte, wenn diese zur Abholung vom Antragsteller bevollmächtigt wurden

Bemerkungen

Die Aufenthaltskarte wird seit dem 01. September 2011 als elektronischer Aufenthaltstitel (eAT) im Scheckkartenformat von der Bundesdruckerei ausgestellt. Daher ist die persönliche Vorsprache aller Antragsteller, die das 6. Lebensjahr vollendet haben, erforderlich, da auf dem Chip der Aufenthaltskarte Fingerabdrücke gespeichert werden, die nur bei der Ausländerbehörde aufgenommen werden können.

Erforderliche Unterlagen

Allgemein
  • Formular „Aufenthaltsanzeige“ (dieses Formular ist bereits bei der Anmeldung im Einwohnermeldeamt erhältlich und kann dort ausgefüllt werden) 
  • Reisepass 

Für die Aufenthaltskarte

  • Aufenthaltsanzeige 
  • Reisepass 
  • biometrisches Lichtbild (35 x 45 mm), das den Bestimmungen der Passverordnung entspricht (Fotomustertafel der Bundesdruckerei)
  • Heiratsurkunde bzw. Partnerschaftsurkunde 
  • Geburtsurkunde der Kinder ggf. mit Apostille oder Legalisationsvermerk sowie deren beglaubigte deutsche Übersetzung (sofern es sich nicht um eine internationale mehrsprachige Urkunde handelt)

Weitere Nachweise für EU-Bürger
Die Vorlage von Nachweisen hängt im Übrigen davon ab, welcher Freizügigkeitstatbestand verwirklicht wird, z. B.

  • Arbeitgeberbescheinigung oder Arbeitsvertrag bei Arbeitnehmern,
  • Gewerbeanmeldung und/oder Steuernummer bei niedergelassenen selbständig Erwerbstätigen,
  • Krankenversicherungsnachweis und Nachweis ausreichender Existenzmittel bei Nichterwerbstätigen (Immatrikulationsbescheinigung bei Studenten),
  • Bestätigung des Herkunftsstaates über die Verwandtschaftsverhältnisse oder Bestätigung über die Unterhaltsgewährung durch Familienangehörige, die Staatsangehörige eines Mitgliedsstaats der EU sind.

 

Kosten

  • Gebühr für die Aufenthaltskarte: maximal 28,80 Euro

Die Zahlung erfolgt bei Antragstellung in bar oder per EC-Karte.

Formulare und weiterführende Infos

Weiterführende Informationen