Vorsorgevollmacht - Beratung und Beglaubigung

Die Bestellung eines rechtlichen Betreuers setzt jedes Mal ein vergleichsweise aufwendiges Gerichtsverfahren voraus. Der Gesetzgeber hat deswegen jedem Bürger das Recht eingeräumt, eine Vorsorgevollmacht zu erstellen. Das gerichtliche Betreuungsverfahren wird dadurch entbehrlich.

Grundsätzlich kann jeder durch Unfall, Krankheit oder Alter in die Lage kommen, dass er wichtige Angelegenheiten des Lebens nicht mehr selbstverantwortlich regeln kann. Natürlich werden die Angehörigen im Ernstfall beistehen. Wenn aber rechtsverbindliche Erklärungen oder Entscheidungen gefordert sind, haben Ehegatte oder Kinder ohne Vollmacht keinerlei gesetzliche Vertretungsbefugnisse. Eine informative Broschüre über Vorsorge für Unfall, Krankheit oder Alter hat das bayerische Justizministerium aufgelegt.

Unterschreibt der Vollmachtgeber die General- und Vorsorgevollmacht, ist die Person, die die Vollmacht bekommen hat, berechtigt, stellvertretend für den Vollmachtgeber zu handeln - sowohl rechtlich als auch tatsächlich. Lediglich mit sich selber oder engen Angehörigen kann der Bevollmächtigte keine Rechtsgeschäfte aufgrund der Vollmacht schließen.

Die Vorsorgevollmacht sollte nur beim Bestehen eines besonderen Vertrauensverhältnisses zum Bevollmächtigten erteilt werden. Sie ist stets widerrufbar.

Banken und Sparkassen verlangen oft eine Vollmacht auf bankeigenen Vordrucken. Die Bevollmächtigung über Konten und Depots ist grundsätzlich in der Bank oder Sparkasse des Vollmachtgebers vorzunehmen. Für Immobiliengeschäfte, Aufnahme von Darlehen und Handelsgewerbe ist eine notarielle Vollmacht erforderlich.

Voraussetzungen

  • eigene Geschäftsfähigkeit
  • Übernahmebereitschaft des Vollmachtnehmers
  • Schriftform erforderlich

Verfahrensablauf

Bitte vereinbaren Sie einen persönlichen Termin für ein Beratungsgespräch.

Erforderliche Unterlagen

  • Personalausweis oder Reisepass

Kosten

  • Gebühr für eine Beglaubigung 10,00 Euro
  • Das Beratungsangebot ist kostenlos.

FAQ

  1. Wer braucht eine Vollmacht?
    Ab dem 18. Lebensjahr hat man keinen gesetzlichen Vertreter mehr. Ehepartner und sonstige Angehörige sind nicht "automatisch" bevollmächtigt, wenn man aufgrund von Unfall, Krankheit oder Alter eine Vertretung benötigt. Ein Vorsorgevollmacht dient der Vermeidung einer gerichtlichen Betreuungserrichtung. 
  2. Wann kann man keine Vollmacht erstellen?
    Voraussetzung für die Erstellung einer Vorsorgevollmacht ist die Geschäftsfähigkeit. 
  3. Ist Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht das gleiche?
    Es handelt sich hier um zwei verschiedene Angelegenheiten. Näheres kann in einem persönlichen Beratungsgespräch erklärt werden. 
  4. Kann ich auch mehrere Bevollmächtigte einsetzen?
    Ja, man kann auch mehrere Personen als Bevollmächtigte einsetzen.

Formulare und weiterführende Infos

Weiterführende Informationen