Meldung vom 08.08.2017 12:15:29
Landrätin Tanja Schweiger verabschiedet ersten Jahrgang der Berufsintegrationsklassen am Beruflichen Schulzentrum Regensburger Land
Regensburg (RL). Zum Schuljahresende 2016/17 wurde am Beruflichen Schulzentrum (BSZ) Regensburger Land der erste Jahrgang von vier Berufsintegrationsklassen, kurz BIK, verabschiedet. Die Schülerinnen und Schüler, die unter anderem aus Syrien, Afghanistan, Äthiopien, Bulgarien oder aus dem Tschad stammen, wurden seit Februar beziehungsweise September 2015 am BSZ unterrichtet. Von den 71 Absolventinnen und Absolventen erreichten drei einen Notendurchschnitt von 1,00 und neun einen Notendurchschnitt bis 1,50. 15 Prozent der Schülerinnen und Schüler in den Berufsintegrationsklassen haben somit eine „1“ vor dem Komma. Landrätin Tanja Schweiger beglückwünschte die jungen Männer und Frauen zu ihren hervorragenden Leistungen und wünschte allen Absolventinnen und Absolventen alles Gute für ihren weiteren Lebensweg.

Landrätin Tanja Schweiger (links) und Schulleiterin Ernestine Schütz gemeinsam mit 1er-Absolventen aus dem ersten  Jahrgang der vier BIK am BSZ Regensburger Land.
Landrätin Tanja Schweiger (links) und Schulleiterin Ernestine Schütz gemeinsam mit 1er-Absolventen aus dem ersten Jahrgang der vier BIK am BSZ Regensburger Land.

„Die Tatsache, dass viele von Ihnen ab September eine Berufsausbildung beginnen, zeigt, dass das zweijährige Beschulungskonzept gelingen kann. Unser Ziel, den berufsschulpflichtigen Asylbewerbern und Flüchtlingen durch intensive Sprachvermittlung die Integration in die deutsche Gesellschaft zu ermöglichen und sie auf eine Berufsausbildung vorzubereiten, haben wir erreicht“, so die Landrätin bei der Abschlussfeier.

Die Jugendlichen haben sich für unterschiedliche Berufswege entschieden, unter ihnen sind zukünftige Maler, Krankenpfleger, Hauswirtschafter, Friseure, Köche, Bäcker, Arzthelferinnen, Karosseriebauer, Mechatroniker, Elektroniker, Altenpfleger oder Straßenbauer. Gemeinsam ist den jungen Menschen, dass sie mit keinen oder sehr wenigen Deutschkenntnissen in Regensburg ankamen – manchen von ihnen war es in ihrer Heimat nicht möglich, eine Schule zu besuchen. Das BSZ Regensburger Land wünscht jedem von ihnen, dass sie mit dem erworbenen Wissen und den gemachten Erfahrungen – „egal wohin der Lebensweg sie führen mag – ein gutes, selbstbestimmtes Leben ohne Krieg und Hunger, ohne Hoffnungslosigkeit und Angst führen können“, so Schulleiterin Ernestine Schütz.


Hintergrundinformation: In Bayern wurden im Schuljahr 2016/17 in fast 1.150 Klassen an die 22.000 Asylsuchende und Flüchtlinge im Alter von 16 bis 21 Jahren beschult. Für diese Schülerinnen und Schüler wird ein zweijähriges Beschulungskonzept angeboten. Im ersten Schuljahr wird vor allem Deutsch unterrichtet, das zweite Schuljahr dient zur Vorbereitung auf eine (duale) Berufsausbildung. Der Unterricht wird in den Fächern Deutsch und Kommunikation, Mathematik, Sozialkunde, Leben in Deutschland, Datenverarbeitung, Sport und Fachpraxis erteilt. Bei erfolgreichem Abschluss des zweiten Schuljahres, dem Berufsintegrationsjahr BIK, wird den Schülerinnen und Schülern der Abschluss der Mittelschule zuerkannt. Am BSZ Regensburger Land unterrichten die Lehrkräfte derzeit 183 berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge in 11 Klassen. Erstmals wurde im März 2015 eine „Halbjahresklasse“ für 19 berufsschulpflichtige Jugendliche eingerichtet. Im September 2015 folgten weitere vier Klassen.

Für weitere Fragen steht das BSZ zu Schuljahresbeginn wieder gerne zur Verfügung. Kontakt: Ernestine Schütz; Tel. 0941 208 213-0; E-Mail: sekretariat@bsz-regensburg.de