Meldung vom 30.08.2013
„Kunst am Bau“ nimmt Besucher in Empfang - Erweiterung und Sanierung des Landratsamtes: Vorschlag von Maria Maier überzeugte die Jury

Regensburg. (RL) „Unser LandKREIS – 41 Gemeinden unter einem Dach“- diesen Titel trägt das Werk der Künstlerin Maria Maier aus Köfering, die mit ihrem Vorschlag die Jury des Wettbewerbs „Kunst am Bau“ überzeugen konnte. Insgesamt acht eingereichte, anonymisierte Arbeiten hatten zur Auswahl gestanden. Ausgelobt worden war der Wettbewerb für das Erweiterungsgebäude des Landratsamtes Regensburg von Landrat Herbert Mirbeth, der damit Künstlern aus der Region die Möglichkeit geben wollte, sich mit den zentralen Bereichen im Neubau auseinanderzusetzen und das Ergebnis der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Kunst am Bau 5
Landrat Herbert Mirbeth (l.) und Künstlerin Maria Maier betrachten gemeinsam das Modell des Kunstwerks für das neue Landratsamt. Drei von der Decke hängende kreisrunde Glasobjekte lassen das Licht durchscheinen und werfen je nach Sonnenstand bunte Schatten auf Boden, Wände und Glasfassaden - und zwar in den Farben Blau, Grau und Rot, den Farben des Landkreiswappens.

Kunst am Bau stellt Künstler vor besondere Herausforderungen. Nicht nur die Verknüpfung zu Bauwerk und –grundstück gilt es zu berücksichtigen – auch die Auseinandersetzung mit dem konkret gewählten Ort prägt das künstlerische Konzept. Für den Wettbewerb hatte eine Arbeitsgruppe des Kreistags bereits 2012 grünes Licht gegeben. Insgesamt 95.000 Euro standen dafür zur Verfügung.

Der fünfköpfigen Jury unter Leitung des Vorsitzenden des Berufsverbandes Bildender Künstler Niederbayern/Oberpfalz, Ludwig Bäuml, gehörten Landrat Herbert Mirbeth, Architekt Ulrich Dotter, Kreisbaumeisterin Urte Kelm und Kreisrätin Maria Scharfenberg (MdL) an. Landrat Mirbeth würdigte den ausgewählten Entwurf von Maria Maier mit den Worten: „Der Beitrag nutzt die vorgegebene Architektur, um konzeptionell mit der Doppelfunktion des Landkreises als kommunale Selbstverwaltungsbehörde und als staatliche Verwaltungsbehörde umzugehen.“ Das werde schon im Eingangsbereich deutlich. Das gläserne Vordach enthält überlagert, versteckt und dennoch erkennbar die Namen der 41 Gemeinden. Je nach Sonnenstand erscheinen diese auf dem Boden vor dem Haupteingang oder im Eingangsbereich der Halle. Der Schattenwurf soll die vielgestaltige Verflechtung zwischen dem Landratsamt und den Gemeinden ausdrücken.

Aber auch im Gebäude soll mit Symbolik aufgeladene Kunst verwirklicht werden. Drei von der Decke hängende kreisrunde Glasobjekte mit jeweils zwei Meter Durchmesser lassen das Licht durchscheinen und werfen je nach Sonnenstand bunte Schatten auf Boden, Wände und Glasfassaden - und zwar in den Farben Blau, Grau und Rot, den Farben des Landkreiswappens. Die drei Kunstwerke stehen zwar für sich und müssen nicht erklärt werden. Wer sich aber intensiver darauf einlässt, kann erkennen, dass sie die Städte, Märkte und Dörfer symbolisieren. Die runde Form steht dabei für den Landkreis, kontrastiert zu der rechteckigen Form der Halle und der quadratischen Form der Lichtkuppeln einerseits und korrespondiert mit den Rondell-Eingängen andererseits.

Als Begründung für ihre Entscheidung führte die Jury unter anderem an, dass die Arbeit von Maria Maier mit ihrem Licht- und Farbspiel den Besucher beim Betreten des Landratsamts unmittelbar in Empfang nehme. Außerdem werde der Haupteingang in raffinierter Überlagerung markiert, und die geordnete Reihung der bedruckten Scheiben im Foyer setze Akzente, ohne es zu dominieren. Überzeugt hat die Preisrichter auch, dass die Symbolik des künstlerischen Ausdrucks sich nicht aufdrängt, aber bei näherer Betrachtung des Werkes nachvollziehbar ist. Laut Landrat Mirbeth soll die Umsetzung bereits im Dezember 2013 abgeschlossen sein.