Meldung vom 03.03.2016 11:46:05
Vernetzung ist Schwerpunktthema der „Initiative gemeinsame Bildungsregion“ von Stadt und Landkreis Regensburg
Regensburg (RL). Stadt und Landkreis Regensburg wollen sich gemeinsam für eine noch bessere und nachhaltigere Bildungsarbeit stark machen. Jungen Menschen künftig die Bildungsangebote vorzuhalten, die für sie passen - dieses Ziel vor Augen trafen sich rund 230 an Bildung Interessierte bei der Auftaktveranstaltung zur gemeinsamen Bildungsregion von Stadt und Landkreis im Gymnasium Lappersdorf. Landrätin Tanja Schweiger bekräftigte dabei zu Beginn: „Es ist wichtig, dass Stadt und Landkreis Regensburg beim Thema Bildung intensiv zusammenarbeiten.“ Einen herzlichen Dank richtete sie „an alle, die sich an der Initiative Bildungsregion beteiligen und sich für bessere Bildungschancen einsetzen“. Bereits in die Vorbereitung dieses ersten Treffens seien unzählige Arbeitsstunden investiert worden, sagte die Landrätin. Oberbürgermeister Joachim Wolbergs ergänzte: „Wir wollen, dass die Menschen in dieser Region gut leben. Dazu müssen wir es ihnen ermöglichen, dass sie sich gut ausbilden können.“

Vertreter aus Politik und von Bildungsträgern sowie der Verwaltungen hatten sich zur Auftaktveranstaltung im Gymnasium Lappersdorf eingefunden.
Vertreter aus Politik und von Bildungsträgern sowie der Verwaltungen hatten sich zur Auftaktveranstaltung im Gymnasium Lappersdorf eingefunden.

Bezogen auf die Bildungssituation von Deutschland und Bayern würden die Stadt und der Landkreis Regensburg gut dastehen, sagte Regierungsvizepräsident Walter Jonas, „man darf sich aber nicht auf den Lorbeeren ausruhen.“ Dieses erste Dialogforum sei als Impulsveranstaltung auf dem Weg zur Bildungsregion zu verstehen, meinte Jonas und bezeichnete Bildung als „die zentrale Investition in eine Gesellschaft“.

Die zu behandelnden Themen der Initiative Bildungsregion sind in fünf Säulen aufgeteilt. „Es gibt aber keine Vorgaben des Ministeriums bezüglich eines Mindeststandards. Von den Beteiligten soll ein regionales Bildungskonzept entwickelt werden“, so Ministerialdirigent Stefan Graf vom Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Die Leitende Realschuldirektorin, Maria Kinzinger, Sprecherin der Konferenz der Schulaufsicht, stellte die Inhalte der fünf Säulen und die von Stadt und Landkreis Regensburg zusätzlich ausgearbeitete sechste Säule vor. Landkreis und Stadt Regensburg haben sich dazu entschlossen, diese weitere Säule mit dem Thema „Fachkräfte von Morgen“ zu bearbeiten, die sich hauptsächlich um die berufliche Aus- und Weiterbildung von Erwachsenen bemühen soll.

Petra Grimm von der Finanzverwaltung des Landkreises und Dr. Hermann Hage, Referent für Bildung, Sport und Freizeit der Stadt, erläuterten den derzeitigen Sachstand auf dem Bildungssektor in der Region Regensburg. „Laut einer Erhebung des bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung für das Jahr 2012/2013 haben 123 Schülerinnen und Schüler aus dem Raum Regensburg die Schule ohne Abschluss verlassen. Mehr als 1.100 haben die Ausbildung nicht erfolgreich abgeschlossen oder abgebrochen. Darüber hinaus ist die Studienabbrecher- bzw. Wechselquote mit rund 25 Prozent auf einem hohen Stand“, erläuterte Grimm. „Die Beteiligung von jungen Menschen an politischen und gesellschaftlichen Themen ist sehr wichtig“, gab Dr. Hage den Teilnehmern der Arbeitskreise als Aufgabe mit auf den Weg.

Landrätin Tanja Schweiger unterstrich, wie wichtig es sei, dass Stadt und Landkreis auf dem Bereich der Bildung eng zusammenarbeiten.
Landrätin Tanja Schweiger unterstrich, wie wichtig es sei, dass Stadt und Landkreis auf dem Bereich der Bildung eng zusammenarbeiten.

Zur Mitarbeit in diesen Arbeitskreisen hatten Landrätin Tanja Schweiger und OB Joachim Wolbergs Teilnehmer aus Politik, Verwaltung, von den Kindergärten, den Schulen, den Elternvertretungen, den Kirchen, den Vertretern der Arbeitsverwaltung, der Jugendhilfe und den Ehrenamtlichen eingeladen, ihr Fachwissen nach der offiziellen Veranstaltung in einem der sechs Workshops einzubringen, um sich untereinander auszutauschen und zu vernetzen. Ziel ist es, für die Region Maßnahmen und Projektideen zur Verbesserung der Bildungssituation zu entwickeln.

In seinem Schlusswort betonte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs: „Der einzige Rohstoff, den wir haben, ist die Bildung. Zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Region müssen Junge, aber auch Ältere gut ausgebildet werden und zwar über die kommunalpolitischen Grenzen hinaus.“ Deshalb begrüßte er die enge Zusammenarbeit von Stadt und Landkreis Regensburg im Bereich der Bildung.

In den gut besetzten Arbeitskreisen fand ein erster Austausch unter den Teilnehmern statt.
In den gut besetzten Arbeitskreisen fand ein erster Austausch unter den Teilnehmern statt.

Folgende Säulen werden im Rahmen der „Initiative gemeinsamen Bildungsregion von Stadt und Landkreis Regensburg“ bearbeitet:

Säule 1: Übergänge ab Vorschulalter bis zur beruflichen Ausbildung und zum Beruf bzw. zum Studium hin organisieren und begleiten
Säule 2: Schulische und außerschulische Bildungsangebote und Bildungsträger vernetzen – Schulen in die Region öffnen
Säule 3: „Kein Talent darf verloren gehen – Jungen Menschen in besonderen Lebenslagen helfen“
Säule 4: Bürgergesellschaft stärken und entwickeln – Familienbildung ausbauen, Partizipation von Kindern und Jugendlichen in Politik und Gesellschaft schaffen, Ganztagsangebote mit Senioren und Vereinen vernetzen
Säule 5: Herausforderungen des demographischen Wandels annehmen
Säule 6: Fachkräfte von Morgen