Meldung vom 08.11.2017 08:33:09
Wanderausstellung der Selbsthilfeorganisation AGUS gegen die Mauer des Schweigens - Suizid – Keine Trauer wie jede andere
Regensburg (RL). Mehr als 10.000 Menschen nehmen sich jährlich in Deutschland das Leben. Zurück bleiben Eltern, Kinder, Partner, Freunde – fassungslos, ratlos und oft sehr allein. Die Wanderausstellung „Suizid – Keine Trauer wie jede andere. Gegen die Mauer des Schweigens“ möchte dieses Schweigen brechen: Sie informiert über Selbsttötungen, nennt Zahlen und stellt Erklärungsmodelle vor. Veranstaltet wird die Ausstellung von der örtlichen AGUS-Gruppe Regenbogenkreis (AGUS bedeutet Angehörige um Suizid) mit Kooperationspartnern. Eröffnet wird die Ausstellung am Donnerstag, 9. November, um 18 Uhr im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, Mitarbeiterspeisesaal, Prüfeninger Straße 86, 93049 Regensburg. Die Wanderausstellung wird dort bis 19. November zu sehen sein, ehe sie vom 22. November bis 3. Dezember ans medbo Bezirksklinikum Regensburg umzieht.

Die Ausstellung zeigt die Besonderheiten der trauernden Hinterbliebenen und nennt Anlaufstellen und Trauer-Hilfen. Die Ausstellungstexte basieren auf Aussagen von Betroffenen, die Bilder stammen von Carlo Nordloh (Berlin) und Sharky Zhi (Shanghai). Beide Künstler sind selbst betroffen.

Der Begrüßung um 18 Uhr schließt sich am 9. November eine Einführung ins Thema durch Hermine Reisner von der Selbsthilfegruppe Regenbogenkreis an. Im darauf folgenden Festvortrag referiert Freya von Stülpnagel über „Suizid, das doppelte Tabu – mit der Trauer leben lernen“. Die Ausstellung bietet Gelegenheit, die Situation der Hinterbliebenen kennenzulernen und zu erfahren, welche Möglichkeiten der Unterstützung es gibt.

Hintergrund: Die Selbsthilfeorganisation AGUS, die älteste Vereinigung für Suizidhinterbliebene Europas, wurde 1989 gegründet und bietet in über 60 deutschen Städten Gruppen für Suizidtrauernde an. Die Wanderausstellung in Regensburg wird veranstaltet von der örtlichen AGUS-Gruppe Regenbogenkreis mit Mitteln der Regionalen Fördergemeinschaft der gesetzlichen Krankenkassen und deren Verbände in Bayern in Kooperation mit dem Arbeitskreis Suizidprävention des Regionalen Steuerungsverbundes des Versorgungsgebietes Regensburg (PSGA) -   Gesundheitsamt -, dem Krisendienst Horizont, Irren ist menschlich e.V., der Bayerischen Gesellschaft für psychische Gesundheit, dem Regensburger Bündnis gegen Depression e.V. und der Klinikseelsorge am medbo Bezirksklinikum.
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