Familienwanderung – Polder und Natur

Zu einer sachkundigen Familienwanderung luden die IG Polder und der Landkreis Regensburg mit (v.l.n.r.) dem  IG Polder-Beauftragten Stefan Kramer, Natur- und Landschaftspfleger Josef Schütz, dem Flutpolderbeauftragten des Landkreises, Harald Hillebrand,  Landrätin Tanja Schweiger und Barbings Bürgermeister Hans Thiel. Foto: Beate Geier/LRA
Zu einer sachkundigen Familienwanderung luden die IG Polder und der Landkreis Regensburg mit (v.l.n.r.) dem IG Polder-Beauftragten Stefan Kramer, Natur- und Landschaftspfleger Josef Schütz, dem Flutpolderbeauftragten des Landkreises, Harald Hillebrand, Landrätin Tanja Schweiger und Barbings Bürgermeister Hans Thiel. Foto: Beate Geier/LRA

28.05.2019 Der Einladung der Interessensgemeinschaft Polder und des Landkreises Regensburg zu einer Familienwanderung in die Wörther Au waren zahlreiche Bürgerinnen und Bürger gefolgt. Gemeinsam mit Natur- und Landschaftspfleger Josef Schütz, IG-Vertreter Stefan Kramer und Landrätin Tanja Schweiger wanderte man durch das geplante Poldergebiet bis zum Naturschutzgebiet „Gmünder Au“.

Stefan Kramer begrüßte die Abgeordnete Sylvia Stierstorfer sowie Landrätin Tanja Schweiger und die zahlreichen Teilnehmer. Er erläuterte, dass die Vielzahl an Belastungen im östlichen Landkreis Regensburg nicht mehr tragbar sei. Landrätin Tanja Schweiger bedankte sich für das große Interesse und wies auf die artenreichen und naturnahen Flächen und Besonderheiten der Landschaft hin.

Die Wanderung mit dem Natur- und Landschaftspfleger Josef Schütz, der beim Landschaftspflegeverband als Gewässerbeauftragter beschäftigt ist, führte durch eine einzigartige Kulturlandschaft. Diese ist geprägt von dem historischen Verlauf der Donau, dem Eingriff des Menschen, extensiver und intensiver Landwirtschaft und Naturschutzgebieten. Er zeigte auf, dass dies kein Widerspruch sei. Weiter erklärte er die Zusammenhänge in der Natur, Tiere und Pflanzen und zeigte auf, wie viele landschaftliche Elemente errichtet worden sind. So wurden Gräben angelegt, Heckenstrukturen und Feldgehölze geschaffen. Bei einer Flutung der Flutpolder sei davon auszugehen, dass sämtliche Gelege zerstört werden, aber auch – durch die bauliche Enge und die Eingrenzung von Donau und Autobahn – zahlreiche Tierarten ertrinken werden.                            

Bei der Wanderung durch das Gebiet des geplanten circa 750 Hektar großen Flutpolders „Wörthhof“ erläuterte er, dass 16 Millionen Kubikmeter Wasser hier geparkt werden sollen. Beim Naturschutzgebiet „Gmünder Au“ angelangt, erklärte Josef Schütz die enorme Wichtigkeit solcher Gebiete. Auf einer Größe von rund 200 Hektar Wiesen- und Wasserfläche beheimatet es Vogelarten wie den Großen Brachvogel oder den Kiebitz. Die Bekassine oder die Uferschnepfe könnten hier ihren Lebensraum wieder finden. Aber das erfordert auch ein entsprechendes Management. Die Gebietsbetreuerin Verena Rupprecht kümmert sich um diese wertvollen Flächen im Donautal. Die sehr gute Zusammenarbeit mit den Landwirten und dem Schäfer sowie die Kontrolle der Gebiete und auch verschiedener Schutzzäunungen haben dazu geführt, dass mittlerweile fünf bis sechs Brachvogel-Brutpaare im Schnitt je 1,75 Jungvögel großziehen. Der Schnitt in Bayern liegt bei 0,55 Jungvögeln. 

Auch die angrenzenden Naturschutzgebiete „Stöcklwörth“ und die „Pfatterer Au“ gehören zu den gleichen Naturräumen, die zudem innerhalb der Eindeichung der Donau liegen. Zusammen stehen hier etwa 620 Hektar Retentionsraum im Hochwasserfall zur Verfügung. Alleine bei einer Einstauung von etwa drei Metern kommt man bereits jetzt, ohne technischen Aufwand, auf ein Rückhaltevolumen von 18 Millionen Kubikmeter. Mit dezentralen Maßnahmen sei Hilfe vor Ort möglich. Der Landkreis Regensburg und seine Gemeinden setzen dies in der Praxis auch um. In vielerlei Hinsicht gilt der Landkreis Regensburg als Vorreiter, beispielsweise im Bereich Gewässerrandstreifen.

Die Familienwanderung wurde sehr gut angenommen. Foto: Beate Geier/LRA

Kategorien: Landkreis