Ölwehr-Vollübung im Landkreis Regensburg

Franz Seitz von der MERO Germany GmbH (2. v. re.) begutachtete an den Gewässern vor Ort jeweils die eingerichteten Ölsperren und ging mit den eingeteilten Freiwilligen Feuerwehren der einzelnen Gemeinden Probleme und Verbesserungsmöglichkeiten durch. (Foto: Maria Stich)
Franz Seitz von der MERO Germany GmbH (2. v. re.) begutachtete an den Gewässern vor Ort jeweils die eingerichteten Ölsperren und ging mit den eingeteilten Freiwilligen Feuerwehren der einzelnen Gemeinden Probleme und Verbesserungsmöglichkeiten durch. (Foto: Maria Stich)

14.11.2019 Öl, das aus beschädigten Leitungen tritt, kann zu schwerwiegenden Umweltkatastrophen führen. Um für so einen Fall im Landkreis Regensburg gerüstet zu sein, fand am Samstag, 9. November, im Abschnitt B10 der Mitteleuropäischen Rohölleitung (MERO) zwischen den Schieberstationen LV 10 bei Obertraubling und LV 11 bei Rosenhof eine Ölwehr-Vollübung statt. Am Einsatz waren rund 150 Akteure beteiligt – neben dem Wasserwirtschaftsamt, der Polizei und dem Landratsamt vor allem die ehrenamtlichen Helfer der eingeteilten Freiwilligen Feuerwehren im südlichen Landkreisgebiet.

Für die Übung wurde im Feuerwehrgerätehaus Neutraubling eine zentrale Sammelstelle eingerichtet. Gegen 13 Uhr signalisierten die Leckerkennungssysteme in der Leitzentrale der MERO in Vohburg bei Ingolstadt ein Leck in Schieberabschnitt B10. Die Leitzentrale geht unverzüglich gemäß Ölalarm- und Einsatzplan vor: Sie alarmiert die zuständige Integrierte Leitstelle Regensburg, die wiederum Ölalarm gemäß Katastrophenschutz-Sonderplan MERO für die Strecke B10 auslöst. Arbeitsteilig brachten die Feuerwehrleute die vorbereiteten Ölsperren in die Gewässer ein, hielten Brandschutz bereit und begaben sich auf Lecksuche. Mitarbeiter der MERO fuhren gemeinsam mit Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer und den anderen Mitgliedern der Einsatzleitung die einzelnen Stationen unter anderem in Mintraching, Geisling und Köfering ab und kontrollierten die Ölsperren. Gegen 16.30 Uhr schließlich konnte die Übung mit einem positiven Fazit beendet werden.

„Zum Glück ist in den letzten 25 Jahren seit dem Bau der Leitung noch nie ein Unfall passiert – das kommt aber nicht von ungefähr“, erklärt Manfred Grzemba von der MERO Germany GmbH, der die Übung gemeinsam mit seinem Kollegen Franz Seitz den ganzen Nachmittag begleitete. „Wir führen seit Anfang an diese Übungen durch, schulen die Freiwilligen Feuerwehren und fahren mit ihnen regelmäßig zu den Gewässern, an denen im Ernstfall Ölsperren hochgezogen werden. Bei diesen Übungen wird jeweils geschaut, ob die Maßnahmen noch sinnvoll sind oder ob Anpassungen vorgenommen werden müssen.“

Damit die Katastrophenschutzkräfte ihre Aufgaben wahrnehmen können, hat die MERO Germany GmbH entlang der Leitungstrasse insgesamt 100 Ölsperren – davon 15 im Landkreis Regensburg – in allen Fließgewässern, die von der Fernleitung gequert werden, eingerichtet und mit dem notwendigen Material versehen. Weiteres Ölwehr-Material lagert bei den verschiedenen Feuerwehren in den sogenannten Ölsperr-Häuschen. Ölwehr-Vollübungen finden im Landkreis Regensburg spätestens alle drei Jahre statt. 

Hintergrund: Die Mitteleuropäische Rohölleitung (MERO) von Ingolstadt über Waidhaus nach Nelahozeves bei Prag dient der Versorgung der Tschechischen Republik mit Rohöl. Sie hat eine Gesamtlänge von 344 Kilometer, davon 179 Kilometer im Freistaat Bayern. Die MERO hat eine Pumpstation in Vohburg an der Donau bei Ingolstadt und ist durch 54 Schieberstationen – davon 28 in Bayern – unterteilt. Im Landkreis Regensburg beträgt die Strecke ungefähr 35 Kilometer, teilbar in sechs Schieberabschnitte. Die Leitung tritt bei Poign in den Landkreis Regensburg ein. Sie verläuft südlich von Regensburg durch das ehemalige Standortübungsgelände Oberhinkofen, an der Autobahn A3 nach Osten, biegt bei Wiesent nach Norden ein und verlässt den Landkreis Regensburg nördlich von Wörth Richtung Falkenstein.

Kategorien: Landkreis, Katastrophenschutz

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