Jagdgenossenschaften - Betreuung und Rechtsaufsicht

Eigentümer von Grundflächen, die zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehören, bilden eine Jagdgenossenschaft.

Einen gemeinschaftlichen Jagdbezirk bilden alle Grundflächen einer Gemeinde oder einer abgesonderten Gemarkung. Ausgenommen sind Eigenjagdbezirke (zusammenhängende Flächen eines Eigentümers mit mehr als 81,755 ha).

Die Jagdgenossenschaft ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und entsteht Kraft Gesetzes (bei mehr als 250 ha jagdbarer Fläche). Ein Austritt aus der Jagdgenossenschaft ist nicht möglich.

Mitglieder sind die Grundeigentümer der zu dem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehörenden Grundflächen. Die Mitgliedschaft entsteht automatisch mit dem Eigentumserwerb und endet mit dessen Veräußerung. Nicht zur Jagdgenossenschaft gehören die Eigentümer der befriedeten Bezirke. Zwangsmitgliedschaften in einer Jagdgenossenschaft sind verfassungsgemäß.

Die Jagdgenossenschaft untersteht der staatlichen Aufsicht der Jagdbehörden. Diese Aufsicht ist eine Rechtsaufsicht, die darauf beschränkt ist, dass die Jagdgenossenschaften ihre Aufgaben und Verpflichtungen ordnungsgemäß erfüllen.

Im Landkreis Regensburg gibt es etwa 110 Jagdgenossenschaften und zirka 10 Angliederungsgenossenschaften (Zusammenschluss von mehreren Grundstückseigentümern bei Angliederung an ein Eigenjagdrevier).

Aufgaben
Die Jagdgenossenschaft entscheidet unter anderem über die Art der Jagdnutzung, über die Art der Verpachtung (z. B. öffentliche Ausbietung, freihändige Vergabe), über die Erteilung des Zuschlags bei der Jagdverpachtung sowie über die Verwendung des Reinertrags aus der Jagdnutzung. Sie verwaltet unter eigener Verantwortung nach den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit alle Angelegenheiten, die aus dem Jagdrecht der ihr angehörenden Jagdgenossen entstehen. Sie soll das ihr zustehende Jagdrecht im Interesse der Jagdgenossen nutzen und für die Lebensgrundlagen des Wildes in angemessenem Umfang und im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit sorgen. Außerdem obliegt ihr der Ersatz des Wildschadens, der auf den betreuenden Grundstücken entsteht.

Beschlüsse der Jagdgenossenversammlung bedürfen sowohl der Mehrheit der anwesenden und vertretenden Jagdgenossen als auch der Mehrheit der bei der Beschlussfassung vertretenden Grundfläche (doppelte Mehrheit).

Bejagbare Flächen sind im Jagdkataster einzutragen. Ebenso sind die befriedeten Bezirke zu kennzeichnen.

Organe sind
  • Versammlung der Jagdgenossen
  • Jagdvorsteher und
  • Jagdvorstand. Dieser wird von der Jagdgenossenschaft gewählt und besteht aus einem Vorsitzenden plus zwei Beisitzern; die Amtszeit dauert fünf Jahre. Es handelt sich um eine ehrenamtliche Tätigkeit.
  • Der Jagdvorsteher vertritt die Jagdgenossenschaft gerichtlich und außergerichtlich; er verwaltet ihre Angelegenheiten und ist an die rechtmäßigen Beschlüsse der Jagdgenossenschaft gebunden.
Der Ertrag aus der Pacht wird entsprechend der jeweiligen Grundstücksfläche auf die Jagdgenossen umgelegt, man spricht vom Auskehranspruch der Jagdgenossen, die stets auf die Auszahlung beharren können. Die Jagdgenossenschaft kann über anderweitige Verwendung entscheiden.