Wildgehege Anzeige und Genehmigung

Wildgehege sind vollständig eingefriedete Grundflächen, auf denen überwiegend sonst wild lebende Tiere, die dem Jagdrecht unterliegen, dauernd oder vorübergehend gehalten oder zu Jagdzwecken gehegt werden.

Die Errichtung, Erweiterung und der Betrieb von Wildgehegen ist ab einer Größe von 10 ha genehmigungspflichtig und muss der Unteren Jagdbehörde einen Monat vorher, die gewerbsmäßige Gehegehaltung vier Wochen vor Aufnahme der Tätigkeit angezeigt werden. Für kleinere Gehege bedarf es nur der Anzeige. Wesentliche Änderungen (Gehegeerweiterung, Wechsel der Tierart usw.) sind ebenfalls anzuzeigen.

Die Genehmigung ist für bestimmte Tierarten zu erteilen und kann mit Nebenbestimmungen versehen werden. Außerdem kann sie mit Auflagen ergänzt werden. Sie kann insbesondere die Höchstzahl der zu haltenden Tiere bestimmen.

Wildgatter, in denen Schalenwild zu Jagdzwecken gehegt und durch Jagdhandlungen genutzt wird, können als Wildpark anerkannt werden. Nur für solche anerkannte Wildgehege darf die Bezeichnung „Wildpark“ verwendet werden. Für die Anerkennung von Wildgehegen ist die Höhere Jagdbehörde (Regierung) zuständig.

Voraussetzungen

Die Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn
  • durch das Wildgehege der Lebensraum der Wildarten außerhalb desselben nicht in unangemessener Weise eingeschränkt wird.
  • die Jagdausübung nicht wesentlich beeinträchtigt wird und
  • das Wildgehege so gesichert ist, dass die Tiere nicht entweichen können.
Bei Wildgehegen, die Jagdzwecken dienen, muss die zusammenhängende Fläche mindestens die Größe eines Eigenjagdreviers (81,755 ha) haben und ihre Flächen im Eigentum einer Person oder einer Personengesellschaft stehen.

Aufgrund der Vielzahl der gegebenenfalls betroffenen Rechtsgebiete wird empfohlen, die konkreten Anforderungen in einem persönlichen Gespräch bei der Unteren Jagdbehörde abzuklären.

Verfahrensablauf

  • Antrag bzw. Anzeige für Wildgehege wird bei der Unteren Jagdbehörde eingereicht.
  • Nach Beteiligung der betroffenen Stellen erfolgt die Genehmigung bzw. Ablehung.

Bemerkungen

Gehege, in denen Wild zu Jagdzwecken gehegt wird, bedürfen einer jagdrechtlichen Genehmigung.

Erforderliche Unterlagen

  • Lageplan des Geheges
  • Bauzeichnung für die Zaunanlage und sonstigen Gehegeeinrichtungen wie Unterstände und Tränkeeinrichtungen
  • Nachweis über die Sachkunde als Gehegewildhalter
Im Einzelfall können weitere Unterlagen erforderlich sein.

Rechtsgrundlagen

  • Art. 23 Abs. 2 Satz 1 Bayerisches Jagdgesetz (BayJG) 
  • Leitlinien für eine tierschutzgerechte Haltung von Wild in Gehegen und Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Greifvögeln und Eulen des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft.
  • Richtlinien für die Haltung von Dam-, Rot-, und Sikawild sowie Muffelwild des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten (BayStMLF)