Meldung vom 03.12.2018 12:19:24
Wie tickt die Generation Z - Ausbildungsbetriebe informieren sich über die Fachkräfte von morgen / Netzwerk „Ausbildung. Geht gut bei uns!“ traf sich in der Musikakademie Alteglofsheim / YOLO als Lebensmotto
Regensburg (RL). Über unterschiedliche (Arbeits-)Generationen und deren Einstellung zum Arbeitsleben informierten sich die Mitglieder des Netzwerks „Ausbildung. Geht gut bei uns!“, das auf Einladung von Landrätin Tanja Schweiger und der Wirtschaftsförderung des Landkreises Regensburg in der Musikakademie Schloss Alteglofsheim stattfand. Josef Wissinger, Geschäftsführer des RKW Bayern Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Bayerischen Wirtschaft e. V. sowie seine Mitarbeiterin Ruth Gehrhardt referierten über das Thema „Wie sieht ein attraktiver Arbeitgeber für die Generation Z aus?“ und leiteten die anschließende Diskussionsrunde.

Referent Josef Wissinger forderte die anwesenden Gäste zu Beginn der Veranstaltung auf, ihm über eine Smartphone-App Assoziationen aus Arbeitgebersicht zum Thema Generation Z mitzuteilen.
Referent Josef Wissinger forderte die anwesenden Gäste zu Beginn der Veranstaltung auf, ihm über eine Smartphone-App Assoziationen aus Arbeitgebersicht zum Thema Generation Z mitzuteilen.
Rechts oben: die Referenten Josef Wissinger und Ruth Gehrhardt vom RKW Bayern Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Bayerischen Wirtschaft e. V. (Foto: Natascha Buberger)

Die Suche nach Auszubildenden oder auch studierten Fachkräften, so die Referenten, werde zunehmend schwieriger. Die Geburtsjahrgänge 1995 bis 2010, die die Generation Z darstellten, „ticken“ anders als Babyboomer, deren Lebenseinstellung sich mit „leben, um zu arbeiten“ zusammenfassen lasse, im Gegensatz zum „arbeiten, um zu leben“ der Generation Z. „Natürlich sind solche Beschreibungen nur ganz grobe Einordnungen“, so die Referenten. Notwendig sei daher, auch die Herkunft der jungen Arbeiternehmergeneration zu betrachten, um Verhaltensmuster zu verstehen und einen guten Umgang zu finden. Meist hätten die jungen Nachwuchskräfte guten Rückhalt aus dem Elternhaus und ein hohes Bildungsniveau. Sie seien von klein auf mit digitalen Medien aufgewachsen. Die schier unbegrenzten beruflichen Möglichkeiten ließen die Nachwuchskräfte jedoch eher planlos in die Arbeitswelt „eintreten“. Ein Wechsel der gewählten beruflichen Richtung werde daher oft als problemlos erachtet.

„Das Schlagwort „YOLO“ = „you only live once“ („du lebst nur einmal“) beschreibe die Lebenseinstellung der Generation Z sehr gut. Jugendliche und junge Erwachsene der Generation Z wollten sich im Job wohlfühlen, Sicherheit haben und Strukturen vorfinden. Strukturen und Vorgaben, die von älteren Generationen oft als Gängelung oder Bevormundung gesehen werden, würden von der Generation Z gefordert. Klare Zeitvorgaben, Kleiderordnung sowie eine realistische Personalentwicklung seien erwünscht. Handy-Verbote am Arbeitsplatz wären kein Tabu, müssten aber von Anfang an kommuniziert werden. Regelmäßiges Feedback, Mitarbeitergespräche und auch die Kritikfähigkeit der Führungskräfte seien gefordert, um die jungen Nachwuchskräfte im Betrieb zu halten, so die Unternehmenstrainer.

Das Resümee der Anwesenden lautete: Die Generation Z stellt Personalverantwortliche und potentielle Kollegen vor neue Herausforderungen, sie machen das Arbeitsleben jedoch strukturierter und würden es in vielfacher Weise bereichern.