Meldung vom 11.01.2018 16:09:55
Vierte Sitzung des Jugendkreistages des Landkreises Regensburg
Regensburg (RL). Am ersten Montag nach den Weihnachtsferien hat zum vierten Mal der Jugendkreistag des Landkreises Regensburg getagt. Das Gremium soll Jugendlichen die Gelegenheit geben, ihre Ideen, Ansichten und Wünsche zu verschiedenen Themenbereichen in demokratisch legitimierten Gremien zur Sprache zu bringen. 21 Schulen haben Vertreter entsandt. Den Vorsitz führt Landrätin Tanja Schweiger.

Jugendkreistag
Der Jugendkreistag des Landkreises Regensburg hat sich kürzlich im Großen Sitzungssaal des Regensburger Landratsamtes zu seiner vierten Sitzung getroffen.

„Ich freue mich, dass ihr wieder Themen mitgebracht habt, die euch und eure Mitschülerinnen und Mitschüler betreffen, zum Beispiel Wünsche, was die Ausstattung eurer Schule oder den öffentlichen Personennahverkehr anbelangt. Wir werden über alle Anträge und Themen diskutieren und darüber abstimmen. Wird der Antrag angenommen, setzt ihn entweder die Verwaltung des Landratsamtes direkt um oder er wird an den Kreistag, beziehungsweise an die zuständigen Behörden, weitergeleitet“, so die Landrätin bei der Begrüßung.

Neben den Mitgliedern des Jugendkreistages durfte sie als Gäste Vertreter des „großen“ Kreistages - die Kreisrätinnen Maria Scharfenberg, Dr. Daniela Baumer, Christa Wunderer sowie die Kreisräte Harald Stadler, Rainer Hummel, Richard Wild und Johann Jeserer -, den ersten Vorsitzenden des Kreisjugendrings Regensburg, Patrick Skrowny, sowie eine Reihe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamtes begrüßen.

Das System der Abfallwirtschaft im Landkreis
Unter den Themen, welche die Jugendlichen bei der Sitzung im Juli 2017 mitgebracht hatten, war auch das Thema Umweltschutz im Landkreis. Damals hatten die Jugendkreisräte geäußert, dass sie in der nächsten Sitzung nähere Informationen über die Abfallwirtschaft im Landkreis Regensburg wünschen. Dies übernahm in der Sitzung am Montag der Leiter der Abfallwirtschaft im Landratsamt, Andreas Hügel. Um Abfälle und Wertstoffe flächendeckend einzusammeln, habe der Landkreis Regensburg eine Kombination von Hol- und Bringsystem entwickelt, das für die ländliche Umgebung die wirtschaftlichste Lösung darstelle, so Hügel. Mit 39 Wertstoffhöfen biete der Landkreis ein überdurchschnittlich dichtes Netz an Wertstoffhöfen. „Für die Abgabe von Wertstoffen wird und wurde noch nie eine gesonderte Gebühr erhoben. Diese Dienstleistung ist – wie alle Leistungen der Müllentsorgung - in der pauschalen Müllgebühr mit enthalten. Derzeit erfasst der Landkreis über 20 verschiedene Wertstoffe in seinen Entsorgungseinrichtungen. Eingeführt wurde die Bioabfallsammlung im Mai 2016“, erklärte der Leiter Abfallwirtschaft.

Was wurde aus den Themen, die bei der letzten Sitzung des Jugendkreistages behandelt wurden?
Nach dieser Erläuterung stand die Berichterstattung über den Sachstand der in der vergangenen Sitzung eingereichten Anträge auf der Tagesordnung, dabei unter anderem ein Schwimmkurs für Flüchtlingskinder oder die Vermittlung von Alltagskompetenzen für Flüchtlinge.

Konzept für ein zusätzliches Angebot „Schwimmen lernen“
Um zu ermitteln, inwieweit Bedarf besteht, für Schüler ab der 5. Klasse Schwimmkurse anzubieten, hat die Landkreisverwaltung an allen Realschulen, Gymnasien und Sonderpädagogischen Förderzentren im Landkreis sowie am Beruflichen Schulzentrum Regensburger Land die Anzahl an Nichtschwimmern abgefragt. Die Abfrage zielte dabei nicht nur auf Flüchtlinge, sondern auch auf Kinder und Jugendliche ohne Migrationshintergrund ab. Das Ergebnis: An allen Schulen - mit Ausnahme der Gymnasien - gibt es einen Bedarf an zusätzlichen Schwimmkursen. Insgesamt beläuft sich die Anzahl der Nichtschwimmer auf 206, davon 103 am BSZ. Um zusätzliche Schwimmkurse anbieten zu können, wurden verschiedene Hallenbäder nach freien Kapazitäten abgefragt. Zusätzlich gab Landrätin Tanja Schweiger den Tipp, sich diesbezüglich auch an die Jugendbeauftragten der jeweiligen Gemeinde oder an die DLRG und Wasserwacht zu wenden.

Projekt „Alltagskompetenzen für Flüchtlinge“
Dazu erfuhr der Jugendkreistag von der Verwaltung, dass bei der VHS Regensburger Land künftig verschiedene Module zu einzelnen Themen der Grundbildung wie Heizen, Haushalten, Einkaufen, Ernährung etc. geplant seien. Auch ein Mietführerschein soll über das Landratsamt angeboten werden.

Aktuelle Anträge des Jugendkreistags: ein Briefkasten für Jugendkreisräte des BSZ, finanzielle Anerkennung der Tutorenarbeit und Ausstattung eines Schüler-Cafés am BSZ
Der Anschaffung eines Briefkastens zur Kontaktaufnahme mit den Kreisräten im BSZ, haben Verwaltung und Jugendkreistag zugestimmt. Den Antrag auf finanzielle Anerkennung der Tutorenarbeit – ebenfalls eingereicht von einer Schülerin des BSZ - muss die Landkreisverwaltung erst prüfen. Generell zeigte sich die Landrätin dieser Idee aber aufgeschlossen. Die Frage sei nur, inwieweit für die Tutorenarbeit an den landkreiseigenen Schulen finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden können. Der Landkreis zeichne ehrenamtliches Engagement von Schülern bereits seit vielen Jahren mit der Verleihung von Beiblättern zum Zeugnis am Schuljahresende aus. Das Engagement der Tutoren könne auf jeden Fall auf diesem Weg geschehen, so die Landkreischefin. Was den Antrag auf Ausstattung eines Schüler-Cafés am BSZ betrifft, so hat die Schulverwaltung den Jugendkreistag darüber informiert, dass das Konzept hierzu erst mit der Schulleitung abgestimmt werden müsse. Befürwortet wurde der Antrag eines Schülers des Gymnasiums Neutraubling. Er hatte angeregt, das Engagement, das mit dem Amt des Jugendkreisrates verbunden ist, im Zeugnis zu würdigen.

„Zu wenig Sitzplätze im Schulbus“ - Landrätin bittet die Jugendkreisräte um direkten Kontakt mit der landkreiseigenen Gesellschaft für Nahverkehr (GfN)
Ein Schüler der Mittelschule Regenstauf und eine Schülerin des SFZ Regenstauf klagten in ihren Anträgen an die Landkreisverwaltung über zu wenig Sitzplätze in ihrem Schulbus. Generell erklärte die Landrätin hierzu, dass man sich bemühe, die Stehplätze so gering wie möglich zu halten und, wenn nötig, mehr Busse einsetzen werde. Deswegen richtete sie die Bitte an die Jugendkreisräte, sich direkt mit dem Geschäftsführer der GfN in Verbindung zu setzen. „Wir kümmern uns darum“, sicherte Josef Weigl dem Jugendkreistag zu. Wenn keiner mehr im Bus stehen müsste, so wäre dies wünschenswert, sei aber nicht realisierbar. Kontrollen in den betroffenen Linien im Bereich der Gemeinden Pettendorf, Pielenhofen und Wolfsegg haben ergeben, dass Stehplätze nur gut zur Hälfte genutzt werden. Dennoch werde man zeitnah die beanstandeten Linien noch einmal überprüfen. Falls die Zahlen dann höher ausfielen, werde man noch mehr Busse einsetzen. Momentan sei aber eine sachgerechte und sichere Schülerbeförderung gegeben, so der Geschäftsführer der GfN.

Am Ende der Sitzung vereinbarten die Landrätin und die Landkreisverwaltung mit den anwesenden Jugendkreisräten, dass die nächste Sitzung voraussichtlich am letzten Mittwoch vor den Sommerferien stattfinden wird.

Folgende Schulen haben Mitglieder in den Jugendkreistag des Landkreises Regensburg entsandt:
Schulen, die ihren Sitz im Landkreis haben, beziehungsweise bei denen der Landkreis Sachaufwandsträger ist: Gymnasium Neutraubling, Realschule Obertraubling, Gymnasium Parsberg, Mittelschule Alteglofsheim, Mittelschule am Mönchsberg Hemau, Mittelschule am Schlossberg Regenstauf, Johann-Baptist-Laßleben-Mittelschule Kallmünz, Edith-Stein-Realschule Parsberg, Berufliches Schulzentrum Regensburger Land und Sonderpädagogisches Förderzentrum Regenstauf.

Schulen, die jeweils von mehr als 100 GastschülerInnen aus dem Landkreis besucht werden: Private Realschule Pindl, Realschule Am Judenstein Regensburg, Albert-Schweitzer-Realschule Regensburg, Von-Müller-Gymnasium Regensburg, Albertus-Magnus-Gymnasium Regensburg, Werner-von-Siemens-Gymnasium Regensburg, Berufliche Oberschule Regensburg, Albrecht-Altdorfer-Gymnasium Regensburg, Mädchenrealschule Niedermünster Regensburg, Johann-Michael-Fischer-Gymnasium Burglengenfeld und Staatliche Realschule Neufahrn.

Wer kann Jugendkreisrat werden?
Jugendkreisrätin oder Jugendkreisrat im Landkreis kann werden, wer mindestens 14, aber noch keine 18 Jahre alt ist, im Landkreis Regensburg wohnt und eine Schule im Landkreis besucht. Schulen außerhalb des Landkreises sind mit einbezogen, wenn sie von mehr als 100 Gastschülerinnen und Gastschülern aus dem Landkreis besucht werden. Über die Auswahl der Jugendkreisrätinnen und Jugendkreisräte entscheiden die Schulen selbständig. Die Festlegung soll für ein Schuljahr gelten. Auch der Kreisjugendring entsendet Vertreter.

Wie können Anträge eingereicht werden?
Die Mitglieder sollten bis spätestens vier Wochen vor dem Jugendkreistag die Anträge bei der Hauptverwaltung des Landkreises Regensburg einreichen. Diese erstellt daraus eine Tagesordnung. Bei den Sitzungen werden alle eingereichten Anträge und Themen diskutiert und darüber abgestimmt. Bei Annahme eines Antrages wird dieser entweder von der Verwaltung des Landratsamtes direkt umgesetzt oder an den Kreistag beziehungsweise an die zuständigen Gemeinden oder Behörden weitergeleitet.

Alle wichtigen Infos zum Jugendkreistag finden Sie auf der Homepage des Landkreises Regensburg unter www.landkreis-regensburg.de, Rubrik „Jugendkreistag“. Bei Fragen zum Jugendkreistag steht Ihnen auch die Hauptverwaltung des Landkreises Regensburg jederzeit gerne zur Verfügung. Kontakt: Matthias Fischer, Telefon: 0941 4009-642, E-Mail: Jugendkreistag@lra-regensburg.de