Existenzgründungsberatung

Wenn Sie mit jemanden über Ihre Ideen bzw. Ihr Geschäftskonzept sprechen wollen oder Fragen zur Existenzgründung haben, dürfen Sie sich gerne an uns wenden. Wir beraten Sie kostenfrei!

Hinweis
Um Existenzgründungen zu erleichtern und das Anmeldeverfahren zu beschleunigen, haben der Landkreis Regensburg und die Stadt Regensburg zusammen mit der IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim und die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz die „Gründeragentur Regensburg“ eingerichtet.

Am Anfang steht ein Business-Plan

"To do Business" heißt Geschäfte machen. In der trockenen Definition ist ein Business-Plan das schriftliche Konzept für alle geschäftlichen Aspekte eines Projekts oder Unternehmens für den Planungszeitraum.

Für Sie sollte der Business-Plan die „Bibel“ zur Vorbereitung Ihrer Existenzgründung werden. 90 % des Erfolgs basieren auf einer guten Vorbereitung. Dies mag sehr zeitintensiv sein, wird Ihnen aber helfen, gravierende Fehler zu vermeiden, Wissenslücken aufzudecken, die Türen zu Kapitalgebern zu öffnen und die Umsetzung ungemein zu erleichtern.

Ein gut ausgearbeiteter Geschäftsplan schützt Sie außerdem vor Fehlentscheidungen und deckt Risiken auf. Sie können dadurch früh erkennen, ob Ihre Geschäftsidee überhaupt finanziell tragfähig und umsetzbar ist.


10 Schritte zum Business-Plan

Beantworten Sie, wenn Sie Ihren Plan entwickeln, zunächst eine offenkundige Frage:

Was planen Sie und warum?

Wenn Sie das kurz und knapp beschreiben, sind Sie schon auf dem besten Weg, einen brauchbaren Plan zu erstellen. Danach müssen Sie den Planungsprozess gründlich durcharbeiten.

Lassen Sie sich von der folgenden Liste nicht abschrecken, die Aufgaben sind jeweils relativ unkompliziert, wenn man sie einzeln und der Reihe nach angeht. 

  1. Beschreiben Sie alle Ihre unternehmerischen Aktivitäten.
  2. Beschreiben Sie den aktuellen Status Ihres Unternehmens.
  3. Beschreiben Sie den Außenmarkt, die Wettbewerber und ihre Marktposition.
  4. Beschreiben Sie Ihre Ziele für die Planungsperiode.
  5. Entwerfen Sie eine Strategie für Ihre Unternehmen zum Erreichen der Ziele.
  6. Bestimmen Sie die Risiken und Gelegenheiten.
  7. Entwickeln Sie eine Strategie, um die Risiken zu begrenzen und die Gelegenheiten zu nutzen.
  8. Arbeiten Sie die Strategien zu Arbeitsplänen aus.
  9. Schätzen Sie die Kosten und Erlöse und entwickeln Sie einen Finanzplan.
  10. Dokumentieren Sie den Business-Plan kurz.
Dies ist ein sich wiederholender Prozess. Die Bestimmung der Risiken und Gelegenheiten veranlassen Sie evtl. zurückzugehen und Ihre Strategie zu ändern, damit Sie die Ziele erreichen. Die Pläne selbst oder das Endergebnis - der Cashflow, Gewinn oder Verlust - zeigen vielleicht neue Risiken auf.


Form

Die folgende Zweckliste soll Ihnen dabei helfen, einen solchen überzeugenden Business-Plan zu erstellen:

Thema / Gliederung
Je nach Thema kann die Gliederung individuell variieren, sie sollte das Thema jedenfalls reflektieren. Eine Firmenneugründung erfordert andere Schwerpunkte und Argumentationsketten als eine Änderung des Vertriebssystems. Die obige Mustergliederung sollte den meisten Anforderungen gerecht werden.

Inhalt
Der Business-Plan muss alle für eine Entscheidung relevanten Informationen enthalten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Sprache
Knapp, klar, verständlich, auf den Punkt gebracht und Überflüssiges vermeiden.

Grafische Elemente
Einfache, verständliche und übersichtliche Tabellen und Grafiken.

Schrift
Eine gut lesbare Schrift wählen, Größe mind. 11, Zeilenabstand 1 1/2, Seitenränder mind. 2,5 cm (bezogen auf eine DIN A 4-Seite).

Länge
Wiederum bezogen auf das DIN A 4-Format, sollte der Umfang des Plans mit 20 Seiten nicht überschreiten. In sehr komplexen Fällen kann er max. 30 Seiten betragen.


Was muss im Business-Plan stehen? 

Nachdem wir nun gesehen haben, welchen wichtigen Beitrag die Business-Plan-Methode für den Erfolg eines Unternehmens haben kann, wollen wird der Frage nachgehen, was die Inhalte eines Business-Planes sein müssen und in welcher Reihenfolge sie dargestellt werden müssen.

Oberste Regel dabei ist, und zwar vor jedem formalistischen Schema, dass das Konzept in sich logisch, konsequent und verständlich beschrieben wird:

kurz, knapp und präzise

Alle wesentlichen Aspekte müssen dargestellt und alle überflüssigen Aspekte weggelassen werden.

Die einfachste Methode, um die Liste der notwendigen Inhalte zu besprechen, ist, sich an einer Gliederung zu orientieren.

Die folgende Mustergliederung sollten den meisten Ihrer Anforderungen gerecht werden, ggf. mit einigen themen- oder unternehmensrelevanten Änderungen.

Auch in der Literatur finden wir in Reihenfolge und Kapitalaufteilung unterschiedliche Gliederungen. Über die notwendigen Inhalte herrscht allerdings Übereinstimmung. 

  1. Zusammenfassung
    Sie ist eine kurze, zusammenfassende Darstellung aller wesentlichen Aussagen des Plans. Die Zusammenfassung ist erster Punkt der Gliederung, aber letzter und schwierigster in der Formulierung, weil hier bereits die knappe Darstellung des Business-Plans noch einmal verdichtet werden muss. Eine gut geschriebene Zusammenfassung ist äußerst wichtig für den Erfolg Ihres Business-Plans, da die Adressaten des Plans häufig dazu neigen, zunächst nur diese Zusammenfassung zu lesen, danach den Plan beurteilen, und sich erst dann - vielleicht - dem Rest zuwenden. Die Länge der Zusammenfassung sollte eine, maximal zwei Seiten betragen. 
  2. Ausgangssituation
    Hier sollten Sie eine kurze Beschreibung des aktuellen Unternehmensumfeldes und der relevanten Hintergründe geben. Sie soll den Ausgangspunkt der Story erklären und in die Situation einführen. Dieses Kapitel kann bei Neugründungen meist entfallen und fängt dann nach der Zusammenfassung gleich mit der Idee an. 
  3. Die Geschäftsidee (oder Produktidee etc.)
    Am Anfang eines jeden Prozesses, der zu etwas Neuem führen oder etwas verändern soll, steht eine Idee. Hier muss nachvollziehbar aufgezeigt werden, wie mit der Umsetzung Geld verdient werden kann bzw. ein anderes vom Unternehmen angestrebtes Ziel erreicht wird. 
  4. Marketingkonzept
    Dies ist neben der Idee das Kernstück der meisten Businesspläne. Wichtig sind klare Beschreibung von Markt und Wettbewerb, Sortiment und Positionierung, Betriebsstrategie und Absatzerwartungen. Ein minutiöser Marketingplan wird hier im allgemeinen noch nicht erwartet und würde in diesem Stadium der Konzeption auch zu weit führen. 
  5. Organisation und Geschäftsablauf
    Dieses Kapitel sollte immer dann sehr sorgfältig durchdacht und ausformuliert werden, wenn z.B. durch Einführung neuer Abläufe die gewohnten Pfade innerhalb des Unternehmens verlassen werden. Es ist besonders wichtig bei Reorganisationen und Neugründungen. Im letzteren Fall sollte auch das für Investoren wichtige Management-Team mit Stärken, Schwächen und zu füllenden Lücken vorgestellt werden.

    Wenn dagegen z.B. "nur" ein neues Produkt eingeführt werden soll, mit vorhandenen Betriebswegen und auch sonst bleibt alles wie es ist, kann dieses Kapitel entfallen. 
  6. Umsetzungsfahrplan
    Hier werden die notwendigen Aktivitäten zur Realisierung der Idee dargestellt mit Zeitplan und von wem sie erledigt werden müssen. Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie dem kritischen Pfad zuwenden. 
  7. Finanzplan
    Er besteht im Kern aus projektiver GuV, Bilanz und Liquiditätsplanung für die nächsten 3 - 5 Jahre, aufbauend auf der Planung von Absatz, indirekten Kosten und Investitionen. Hier wird auch der Kapitalbedarf ermittelt und mögliche Finanzierungsquellen aufgelistet.

    Wird der Finanzplan nur für einen Teilbereich des Unternehmens aufgestellt, ist die Erstellung der projektiven Bilanz häufig irrelevant, und auch die projektive GuV nur in verkürzter Form sinnvoll. Z.B. hat die Markteinführung einer neuen Senfsorte durch einen Nahrungsmittelkonzern im allgemeinen wenig mit der Gesamtbilanz zu tun und aussagekräftige Produkt-GuV wenig mit der Konzern-Art. 
  8. Risiken und Sensitivitätsanalyse
    Hier sollten Sie die wesentlichen Risiken für die Umsetzung des Plans diskutieren und deren finanzielle Konsequenzen darstellen. 
  9. Bewertung
    Das Management bzw. der Investor wollen häufig wissen, ob das für die Umsetzung des Plans erforderliche Geld gut angelegt ist. Deswegen sollte zum Abschluss eines guten Plans eine Bewertung des Unternehmens oder des Projekts stehen. Dies erfolgt am besten mit Hilfe finanzmathematischer Verfahren, z.B. Free Cash Flow-Methode. 
  10. Wie sollte der Business-Plan aussehen und wie lang muss er sein?
    Ein professionell aufgemachter Business-Plan muss die Zielperson zunächst einmal dazu bringen, ihn auch zu lesen. Dabei helfen ansprechendes Äusseres und überschaubares Volumen.

    Dicke Wälzer sind wenig gefragt, sie stehlen Zeit.

Der Plan soll aber nicht nur gelesen, sondern auch verstanden und im Idealfall auch akzeptiert werden. Das verlangt verständliche Sprache, logischen Aufbau und eine gute Story. Technische Einzelheiten müssen allgemein verständlich formuliert wreden, da die Zielpersonen meist keine Techniker sind. 


Zielgruppen 

Angesichts der vielfältigen Aufgaben eines Business-Plans sollte klar sein, dass es entsprechend viele verschiedene Zielgruppen gibt. Sie sollten, soweit das möglich ist, ihre Ansprechpartner kennen, wissen, was sie erwarten und wie sie das auslegen, was sie lesen. Das ist in erster Linie eine Sache der Einteilung der Leser nach ihrem Stand und ihrer Erfahrung.

 

  • Risikokapitalgeber achten auf ein solides Projekt, ein gutes Management, einen guten Marketingplan und eine Ausstiegsmöglichkeit (eine Möglichkeit, ihr Geld zurückzubekommen).
  • Ein Banker wird sich mit Freude auf die Finanzanalyse stürzen.
  • Jemand im operativen Geschäftsbereich wird wahrscheinlich besonders auf den Ausgabenbereich achten, um festzustellen, wie sie das Geld auszugeben gedenken.
  • Ein am Marketing ausgerichteter Leser wird sich den Erlösen zuwenden, um zu sehen, woher die Einnahmen kommen.
  • Ein Wirtschaftsprüfer wird in der Regel den Zahlen den Vorrang geben

Man sollte sich immer vergegenwärtigen, dass jeder Leser durch andere Erfahrungen geprägt worden ist, ein anderes Wissen hat und nach anderen Informationen Ausschau hält.