Kommunale Energiewende 

Liegenschaften des Landkreises Regensburg

 

Fast 40 % des Energieverbrauchs in Deutschland gehen auf den Gebäudesektor. Die EU-Richtlinie zur Energieeffizienz und das nationale Energiedienstleistungsgesetz weisen dem Öffentlichen Sektor im Gebäudebereich bei der Verbesserung der Energieeffizienz eine besondere Vorbildfunktion zu. Der Landkreis Regensburg verwaltet 23 projektgeeignete Gebäude in 13 Gebäudekomplexen und erfüllt seine öffentliche Vorbildfunktion mit verschiedenen Projekten.

 

Bei mehreren Gebäuden, insbesondere Neubauten, wird die Wärme bereits aus erneuerbaren Energiequellen bezogen bzw. selbst erzeugt, z. T. mit effizienter Kraft-Wärme-Kopplung, aus Hackschnitzeln sowie ihrer Verteilung über Nahwärmenetze. Der Landkreis Regensburg hat für seine Liegenschaften seit 2014 folgende Maßnahmen zur Energieeinsparung und Verbesserung der Energieeffizienz in seinen Bestandgebäuden in die Wege geleitet: 

  • Versorgung sämtlicher Landkreisliegenschaften mit Öko-Strom (seit 01.01.2014),
  • Umsetzung eines kommunalen Energie-Monitorings für sechs Landkreis-Liegenschaften seit 01.08.2015 über einen Förderzeitraum von drei Jahren, (Kommunales Energie-Monitoring)
  • Generalsanierung des Gymnasiums Neutraubling, Bauteile I und II (errichtet 1973-1975) in Orientierung am Energiestandard „Niedrigstenergiegebäude“,
  • Sanierung des Dienstgebäudes 1 des Landratsamtes Regensburg (Bestandsgebäude) in der Altmühlstraße, Modernisierung der gesamten Innenraumbeleuchtung mit LED-Technologie.

Die Modernisierung der Innenbeleuchtung im Dienstgebäude 1 wird im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert (Projekttitel: „KSI – Sanierung der Innenbeleuchtung des Landratsamtes Regensburg auf LED-Technik“, Bewilligungszeitraum: 01.10.2016 bis 30.09.2017, Förderkennzeichen: 03K03923).

 

www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen

 

Gefördert durch Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit - Nationale Klimaschutz Initiative

 

Durch die Umstellung auf LED-Leuchten mit Tageslicht- und Präsenzmeldern wird die Zahl der Lichtpunkte im Dienstgebäude 1 im Vergleich mit der bisherigen Beleuchtung von 331 auf 313 und die Gesamtanschlussleistung von 67 auf 40 Kilowatt reduziert. Mit der Maßnahme wird eine jährliche Stromeinsparung von über 40.000 Kilowattstunden erzielt. Über die gesamte Lebensdauer des Beleuchtungssystems entspricht dies einer CO2-Einsparung von über 470 Tonnen.

 

Auch bei Neubau-Vorhaben setzt der Landkreis Regensburg Maßstäbe: So wurde das Gymnasium Lappersdorf als Niedrigstenergiegebäude mit sehr hoher Gesamtenergieeffizienz errichtet. Der geringe Energiebedarf des Gebäudes wird zu einem wesentlichen Anteil durch standort- bzw. liegenschaftsbezogene erneuerbare Energien gedeckt. Die Wärme- und Kälteerzeugung erfolgt über die Nutzung der oberflächennahen Geothermie mit fast 170 Erdwärmekörben und zwei Erdwärmepumpen. Zusätzlich wird auf dem Dach des Schulgebäudes über eine 200 kW-PV-Anlage regenerativer Strom erzeugt.

 

Drohnenaufnahme PV-Anlage des Gymnasiums Lappersdorf

Drohnenaufnahme der PV-Anlage des Gymnasiums Lappersdorf

 

Der Landkreis Regensburg verfolgt das Ziel, in seinen Liegenschaften die Energieerzeugung nach Möglichkeit auf CO2-freie Energieträger umzustellen.

 

Beispielhaft hierfür ist die Errichtung von Photovoltaikanlagen. Auf der Hälfte der vierzehn kreiseigenen Liegenschaften sind mittlerweile PV-Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung installiert worden. Die auf den Dächern errichtete installierte PV-Leistung beträgt derzeit ca. 955 kWp. Die nachfolgende Abbildung zeigt die Verteilung der installierten Leistung der PV-Anlagen auf die Landkreisliegenschaften (Stand: Mai 2017):

 

Kuchendiagramm Installierte PV-Leistung je LK-Liegenschaft 

Die geschätzte PV-Stromerzeugung aus den Anlagen beträgt jährlich ca. 900.000 kWh (= jährlicher Stromverbrauch von über 2.500 Einfamilienhäusern in Deutschland). Mit der solaren Stromerzeugung werden jährlich CO2-Emissionen in einer Größenordnung von ca. 500 Tonnen vermieden.