Gemälde der „Schlacht von Eggmühl“ kehrt an Ort des Geschehens zurück

Unser Bild zeigt v.r.n.l.: Bürgermeister Roland Frank, Vertreter des Kuratoriums Burg Wolfsegg, Hans-Peter Stöckl, Carlheinz Inkoferer, beide Verein für Heimatpflege, Schierlings Bürgermeister Christian Kiendl, Ortsheimatpfleger Georg Schindlbeck, Landrätin Tanja Schweiger, Kuratoriumsvorsitzende, Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl. (Foto: Hans-Christian Wagner)
Unser Bild zeigt v.r.n.l.: Bürgermeister Roland Frank, Vertreter des Kuratoriums Burg Wolfsegg, Hans-Peter Stöckl, Carlheinz Inkoferer, beide Verein für Heimatpflege, Schierlings Bürgermeister Christian Kiendl, Ortsheimatpfleger Georg Schindlbeck, Landrätin Tanja Schweiger, Kuratoriumsvorsitzende, Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl. (Foto: Hans-Christian Wagner)

26.11.2021 Im Rahmen einer Feierstunde in der alten Schule in Schierling übergab Bürgermeister Roland Frank, Vertreter des Kuratoriums Wolfsegg, zusammen mit der Kuratoriumsvorsitzenden, Landrätin Tanja Schweiger, am 18. November ein Gemälde des früheren ehrenamtlichen Bezirksheimatpflegers und Sanierers der Burg Wolfsegg, Georg Rauchenberger, als Leihgabe an den Markt Schierling. Auf dem großformatigen Werk dargestellt ist die „Schlacht bei Eggmühl“. Schierlings Bürgermeister Christian Kiendl will das Werk an authentischer Stelle einer möglichst breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl würdigte das Werk seines Vorvorvorgängers in Form einer kleinen Laudatio auf dessen Wirken und Lebenswerk nicht nur auf der Burg Wolfsegg.

Georg Rauchenberger – ein Original und Kuriosum zugleich

Georg Rauchenberger (1895 – 1973) hat sich zeitlebens der Heimat- und Denkmalpflege verschrieben. Er ist in Regensburg aufgewachsen, besuchte das Neue Gymnasium (heute Albrecht-Altdorfer-Gymnasium) und war Mitarbeiter der Regierung der Oberpfalz.

Georg Rauchenberger übte mit Idealismus und Einsatzbereitschaft über die Maßen hinaus ehrenamtlich die Doppelfunktion als erster Oberpfälzer Bezirks- und Regensburger Kreisheimatpfleger aus.

Mit seiner hageren Erscheinung, seiner weißen Haarpracht, seinem Kabinenroller und insbesondere mit seinen denkmalpflegerischen Rettungsaktionen bei der Burg Wolfsegg und der Kreuzhofkirche im Osten von Regensburg (1933 beziehungsweise 1948 erwarb er jene und setzte sie nach und nach instand) hat sich Rauchenberger im kollektiven Gedächtnis der Oberpfalz eingebrannt. Beigesetzt ist er – wie auch seine Ehefrau – in einer Gruft in der Kreuzhofkapelle bei Barbing.

Jubiläums-Kunstausstellung auf Burg Wolfsegg und beim Bezirk Oberpfalz

Im Rahmen der beiden Jubiläen „50 Jahre Kuratorium Burg Wolfsegg“ und „70 Jahre Kultur- und Heimatpflege des Bezirks Oberpfalz“ fand vom 27.09. bis 29.11.2020 beim Bezirk Oberpfalz und auf der Burg Wolfsegg eine Doppelausstellung statt. Gezeigt wurden die von Rauchenberger hinterlassenen Ölgemälde und Aquarelle. Neben seinen Burgansichten, Darstellungen von Pfalzgrafen und Rittern in Rüstung und einem Selbstportrait auch sein großformatiges Werk „Schlacht bei Eggmühl“. Dieses war bisher auf dem Dachboden der Burg aufbewahrt. Die Frage kam auf, ob das Bild nicht in Schierling besser aufgehoben wäre. Der Kontakt wurde über Bezirksheimatpfleger Dr. Appl hergestellt, und das Gemälde soll nun einen neuen, würdigen Platz finden.

Georg Rauchenbergers künstlerischer Nachlass

Der besondere Blick auf die Oberpfälzer Kulturlandschaft wird in vielen Gemälden Rauchenbergers deutlich. Interesse zeigte er auch den Wappen, sowohl historischen als auch am Entwerfen neuer. Es existieren noch Zeichnungen, Entwürfe und Skizzen und eine Ideensammlung zu verschiedenen Gemeinde- und Landkreiswappen. Exemplarisch seien hier das der Gemeinden Barbing, Obertraubling, Wolfsegg, des Bezirks Oberpfalz und des Landkreises Regensburg genannt. Rauchenberger war ein ambitionierter Hobbymaler, dessen Werke einerseits die Tätigkeit als Heimatpfleger unterstreichen und andererseits auch von seiner künstlerischen Begabung zeugen.

Fazit: Vielleicht wäre Georg Rauchenberger heute ein klein wenig stolz, wenn er sehen könnte, dass sein Werk „Schlacht bei Eggmühl“ einen würdigen Platz bekommt und gleichsam an den Ort des Geschehens zurückfindet.

Georg Rauchenbergers Werk „Schlacht bei Eggmühl“. (Foto: Hans-Christian Wagner)

Kategorien: Landkreis, Kultur