In Regenstauf lässt es sich gut barrierearm wandern

In der hinteren Reihe (von links): Otto Hofmeister, 1. Vorsitzender der Wanderfreunde Regenstauf, Maria Reischl, Fachstelle Senioren & Inklusion des Landkreises Regensburg, Bürgermeister Josef Schindler und Petra Rupp, Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund. In der vorderen Reihe Regionalmanagerin Magdalena Meyerweissflog, Spitzensportlerin Annke Conradi und Wiebke Richter von PHÖNIX e.V. Regensburg. Foto: Markus Bauer
In der hinteren Reihe (von links): Otto Hofmeister, 1. Vorsitzender der Wanderfreunde Regenstauf, Maria Reischl, Fachstelle Senioren & Inklusion des Landkreises Regensburg, Bürgermeister Josef Schindler und Petra Rupp, Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund. In der vorderen Reihe Regionalmanagerin Magdalena Meyerweissflog, Spitzensportlerin Annke Conradi und Wiebke Richter von PHÖNIX e.V. Regensburg. Foto: Markus Bauer

30.06.2021 Der Wanderweg von Ramspau nach Regenstauf ist auch für Menschen mit Handicap geeignet. Trotz einiger Verbesserungsvorschläge fiel das Resümee bei der Begehung durchwegs positiv aus. Unter die Lupe genommen werden derzeit Wege im Rahmen des bis Ende Februar 2022 beim Regionalmanagement des Landkreises Regensburg laufenden Projekts „BarriereFreizeit“: Beim zweiten Termin führte die Tour vom Parkplatz beim Flussbad beziehungsweise der SpVgg Ramspau zum Regenstaufer Valentinsbad. Besprochen und aufgenommen wurden Eindrücke und Verbesserungsvorschläge der Vertreter von Betroffenengruppen.

Das Projekt richtet sich laut Regionalmanagerin Magdalena Meyerweissflog an unterschiedliche Gruppen: mobilitätseingeschränkte Menschen mit verschiedenen Behinderungen, also Rollator- und Rollstuhlfahrer, sehbehinderte und blinde Menschen, Senioren sowie an Familien mit Kindern und Kinderwägen. Entsprechend werden einzelne Projektschritte – insbesondere die Ortsbegehungen – in Kooperation mit internen und externen Einrichtungen und Verbänden unternommen: bei dieser Begehung waren dies der Verein PHÖNIX e.V. Regensburg mit Beraterin Wiebke Richter, der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund mit Petra Rupp und die Fachstelle Senioren & Inklusion des Landkreises Regensburg, Maria Reischl. Mit dabei war auch die Hochleistungsschwimmerin und Paralympics-Teilnehmerin Annke Conradi. Auch Regenstaufs Bürgermeister Josef Schindler begleitete die Gruppe auf einem Teil der Wegstrecke. Ein weiterer Ansprechpartner war Otto Hofmeister, der 1. Vorsitzende der Wanderfreunde Regenstauf. Hofmeister und Schindler erklärten, dass es in Regenstauf bereits weitere barrierefreie Wege gebe, die der Verein Wanderfreunde Regenstauf vor kurzem ausgeschildert hatte. Nähere Informationen hierzu erhalten Interessierte direkt beim Verein.

Bedarf an behindertengerechten Toiletten

Gleich zu Beginn wurde zwar die gute Parkplatzsituation gelobt, aber auch Bedarf an behindertengerechten Toiletten thematisiert. Ebenfalls bereits bei den ersten Metern wies Petra Rupp angesichts einer Abzweigung des Weges auf die nötige Markierung (Leitlinie) hin, um dem Weg dann auch richtig folgen zu können. „Es ist auch an ältere Menschen zu denken, die nicht nur mit dem Sehen, sondern auch mit dem Bewegen Probleme haben, aber fit bleiben wollen und daher mit dem Rollator unterwegs sind“, ergänzte die Vertreterin des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes. Dies unterstützte auch Maria Reischl von der Fachstelle im Landratsamt. „Wir bekommen immer wieder Anfragen aus dem gesamten Landkreis nach Wanderwegen, die auch für Senioren mit Handicaps geeignet sind“, erklärte sie.

Mehr Sitzbänke angeregt

Dieser Wanderweg war durchgehend asphaltiert. Für die Phoenix-Vertreterin Wiebke Richter, die mit einem motorisierten Rollstuhl unterwegs ist, darf es auch mal Schotter sein. Für Schieberollstuhlfahrer wie Annke Conradi ist dagegen die Fortbewegung auf asphaltierten oder fein geschotterten Wegen deutlich leichter. Schwierig sowohl für Elektrorollstuhl- als auch für Schieberollstuhl-Nutzer sind längere Steigungen. Besonders bei anstrengenderen Streckenabschnitten wünschen sich viele Teilnehmer deshalb mehr Sitzbänke entlang des Weges. „Bänke kann man nicht genug haben“, waren sich Conradi, Richter und Rupp einig. Einige der vorhandenen Sitzbänke waren zudem für Rollstuhlfahrer nur schwer zu erreichen. Hier bestehe hinsichtlich der Anzahl und teilweise der Rahmenbedingungen Handlungsbedarf.

Als etwas problematisch sahen die Betroffenen-Vertreter auch die gemeinsame Nutzung des Weges durch Wanderer und Radfahrer – vor allem an den Wochenenden – und die unmittelbare Nähe der Bundesstraße, verbunden mit einer hohen Geräuschkulisse. Zu klären sei zudem eine Beschilderung sowohl für blinde/sehbehinderte Menschen als auch für Rollstuhlfahrer in entsprechender Höhe.

Am Valentinsbad ist die Situation gut

Am Zielort, dem Valentinsbad am Ortsausgang, inspizierten die Betroffenen-Vertreter die Parkplatzsituation sowie die Toiletten und Umkleideräume. Trotz der vorhandenen Steigungen am Parkplatz sowie der räumlichen Einschränkungen im Behinderten-WC können diese insgesamt als für mobilitätseingeschränkte Menschen nutzbar und geeignet eingestuft werden.

Regionalmanagerin Magdalena Meyerweissflog nahm die Anmerkungen und Vorschläge der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf, um die eventuell nötigen Korrekturen mit den Streckenverantwortlichen zu besprechen. Das Projekt, das vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert wird, läuft noch bis 2022. Mitte Juli ist eine weitere Begehung vorgesehen, dann in der Jura-Region des Landkreises bei Schönhofen in der Marktgemeinde Nittendorf im westlichen Landkreis Regensburg.

 

Kategorien: Landkreis, Freizeit & Tourismus