Mit Apps leichter arbeiten, lernen, einkaufen und Freunde treffen

Die Arbeitsgruppe „Regionales Essen und Nahversorgung“ (Foto: Tobias Köhler)
Die Arbeitsgruppe „Regionales Essen und Nahversorgung“ (Foto: Tobias Köhler)

10.12.2019 Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten, die gerade dem ländlichen Raum einen echten Mehrwert bieten. Besonders in den Bereichen Vernetzung und digitale Bildung haben Start-Ups für ein breites Klientel pfiffige Lösungen entwickelt, wie die erfolgreiche Fortführungsveranstaltung zur digitalen regionalen Entwicklung kürzlich in Wörth a. d. Do. zeigte. In diesem Pilotprojekt kooperieren die Landkreise Regensburg und Cham in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Deggendorf, um die Digitalisierung voranzubringen und so die Lebensqualität in den Landkreisen hoch zu halten. Rund 50 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung gefolgt, sich aktiv an diesem Prozess zu beteiligen.

Im September hatten die beiden Regionalmanager Martin König (Landkreis Regensburg) und Prof. Dr. Markus Lemberger (Landkreis Cham) bereits zur Auftaktveranstaltung des Projektes geladen. Hier hatte man zunächst die größten Probleme beziehungsweise Potenziale ausgemacht, wodurch sich sechs Handlungsfelder ergaben, darunter auch die Themen „Digitale Arbeit und Bildung“, „Regionales Essen und Nahversorgung“ sowie „Kooperative digitale Vernetzung in der Medizin/im Gesundheitswesen“, mit welchen sich die Beteiligten nun in den ersten drei Vertiefungsworkshops im Gasthof Butz in Wörth a. d. Do. genauer beschäftigten.

Workshops für digitale Lösungen

Die Workshop-Leitung übernahmen neben den Regionalmanagern der beteiligten Landkreise Prof. Wolfgang Dorner und Jane Wuth, beide von der TH Deggendorf. In einer kurzen Präsentation hatte jeder die Möglichkeit, in seinem Workshop ein Problem, eine Lösung oder sein Hauptinteresse vorzustellen. Start-Ups wie IQ Medworks, TeamQ Network, LUMOO, die Regiothek GmbH aus Passau sowie die Ökokiste Kößnach konnten ihre Ideen beziehungsweise Lösungen vorstellen und so Impulse zur Diskussion geben. Im Workshop „Digitale Arbeit und Bildung“ gaben außerdem die jungen Gründer von „Oabat“ (Regensburg) und „Coworking Gschafft Ideenschmiede“ (Bad Tölz) Einblick in ihre Start-Ups. Sie berichteten auch von den Problemen, die sich während des Gründungsprozesses und danach ergeben hatten und wie sie diese mit digitalen Lösungen bewältigen konnten. Eines dieser Probleme für die Gründer von „Gschafft“ war es, die Räumlichkeiten ihrer Ideenschmiede für Kunden rund um die Uhr zugänglich zu machen. Hier kommt die „Gschafft App“ ins Spiel. Sie dient nicht nur zur Vernetzung mit anderen Co-Workern, zum Chatten und als Community Feed, sondern auch als sogenannter „Digital Key“, also einem digitalen Schlüssel, mit welchem man die Ideenschmiede aufsperren kann.

Das Start-Up LUMOO hat seinen Kern in der digitalen Vernetzung, besonders für Menschen 50+ und mit dem Schwerpunkt, gemeinsame Interessensschnittstellen zu finden. Auch eine E-Learning-Plattform zum spielerischen Erlernen und zur Steigerung der digitalen Kompetenz hat LUMOO in der Entwicklung. Das Start-Up Oabat möchte mit einer digitalen Praktikums- und Ausbildungsbörse zu mehr Transparenz bei der regionalen Berufsorientierung beitragen. Hier soll der potenzielle Bewerber durch „ehrliche“ Information einen möglichst realen Einblick in die Berufsbilder und Angebote erhalten. Die regionalen Unternehmen haben die Möglichkeit, sich auf realistische Weise zu präsentieren. Die Regiothek GmbH zeigt digital die Wertschöpfung auf, damit die Kunden genau wissen, woher die Produkte stammen und was dahinter steckt. Denn wenn man bewusst einkaufen wolle, sei ein „Ei“ nicht gleich ein „Ei“, da es einen Unterschied mache, ob es zum Beispiel aus der Freitierhaltung eines regionalen Bauern kommt oder aus Massentierhaltung mit einem Antransport über Tausende von Kilometern in Kühlwagen.

Impulse und Netzwerk für die weitere Entwicklung

Unternehmen und Start-Ups erhielten an diesem Abend konkrete Vorschläge für ihre Geschäftsmodelle und gaben interessante Impulse. So hat sich das in der Auftaktveranstaltung entstandene Netzwerk aus engagierten Menschen, die die Region digital mitgestalten wollen, noch erweitert. Weiter geht es nach Auskunft der Organisatoren aus den beiden Landkreisen nun damit, dass die formulierten Fragestellungen in einem weiteren Treffen vertieft bearbeitet werden. Wo nötig, werden dazu weitere Beteiligte geladen, so dass man möglichst konkrete Projekte entwickeln kann. Ein weiterer Workshop zu den restlichen Handlungsfeldern wird ebenfalls folgen.

Kategorien: Landkreis, Regionalentwicklung