Wasserrückhalt und Gewässerschutz nur gemeinsam zu schaffen

Informationen zum Wasserrückhalt bei der Bürgermeisterkonferenz: Die Referenten bzw. Vertreter der Ämter, Behörden und Verbände mit der Landkreischefin. Von links: Georg Guggenberger (Amt für Ländliche Entwicklung), Josef Sedlmeier (Landschaftspflegeverband), Franz Rösl (IG gesunder Boden e.V.), Josef Lehner (Wasserwirtschaftsamt Regensburg), Ludwig Pernpeintner (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regensburg), Landrätin Tanja Schweiger, Axel Koch (Regierung der Oberpfalz). Foto: Markus Bauer
Informationen zum Wasserrückhalt bei der Bürgermeisterkonferenz: Die Referenten bzw. Vertreter der Ämter, Behörden und Verbände mit der Landkreischefin. Von links: Georg Guggenberger (Amt für Ländliche Entwicklung), Josef Sedlmeier (Landschaftspflegeverband), Franz Rösl (IG gesunder Boden e.V.), Josef Lehner (Wasserwirtschaftsamt Regensburg), Ludwig Pernpeintner (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regensburg), Landrätin Tanja Schweiger, Axel Koch (Regierung der Oberpfalz). Foto: Markus Bauer

24.04.2019 Ein zentraler Aspekt bei der jüngsten Bürgermeisterkonferenz im Landratsamt war das Thema „Wasserrückhalt in der Fläche“. Den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern erläuterten Vertreter verschiedener Ämter, Einrichtungen und Behörden diese Fragestellung aus unterschiedlichen Perspektiven. Landrätin Tanja Schweiger betonte in ihrer Einführung, dass Wasserrückhalt in der Fläche eine gemeindeübergreifende Aufgabe ist, die im Landkreis vorbildlich erfüllt werde. Sie erinnerte auch daran, dass Wasserrückhalt immer wichtiger für die Trinkwasserneubildung sei.

Die Aktivitäten des Landschaftspflegeverbandes stellte Geschäftsführer Josef Sedlmeier vor. Neben der Artenvielfalt sei die Verbesserung der Gewässerqualität eines der vordringlichen Ziele – auch gefordert durch die Wasserrahmenrichtlinie. Als konkrete Maßnahmen nannte Sedlmeier zum einen, Fluss- bzw. Gewässerufer weiter zu öffnen, sowie – falls nötig – ein Konfliktmanagement bei schwer oder nicht verfügbaren Flächen, zum anderen in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Gewässerausbaumaßnahmen, um größere Retentionsbereiche zu erhalten. Förderungen durch die Wasserwirtschaft bzw. die Mitwirkung beim Projekt „boden:ständig“ stünden als Instrumente zur Umsetzung bereit.

Detaillierter auf das Projekt „boden:ständig“ sowie auf weitere Instrumente der ländlichen Entwicklung ging Georg Guggenberger, Abteilungsleiter Fachliche Dienste beim Amt für Ländliche Entwicklung, ein. „Der Wasserrückhalt in der Fläche ist nur in Zusammenarbeit der vielen Beteiligten zu schaffen“, merkte Guggenberger zu Beginn seiner Ausführungen an. Er verwies auf Starkregenereignisse mit Erosion von Erdreich auf frisch bestellten Ackerflächen und dem Abfluss in Gewässer und Ortschaften. Daher seien, so der Abteilungsleiter, vorbeugend Fachplanungen nötig, an denen alle Beteiligten mitwirken sollten. Man arbeite beispielsweise mit höhergelegten Wegen - quer zur Fließrichtung - um den Bodenabtrag einzudämmen und für Rückhalt zu sorgen. Das Projekt „boden:ständig“ gehe u. a. auf die Winterbedeckung der Felder und die Frühjahrsaussaat ein, um dem Bodenabtrag zu begegnen. Mit Projekten in Gailsbach, Pfakofen und an der Großen Laber werde dieses Thema auch im Landkreis umgesetzt.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) ist im Boden- und Gewässerschutz sehr aktiv, wie Ludwig Pernpeintner schilderte: „Durch Pflanzenbautagungen und Winterversammlungen und durch zwei Demonstrationsbetriebe für Gewässerschutz finden regelmäßig Veranstaltungen zu Zwischenfrüchten, Mulchsaat oder mit dem Regensimulator statt.“ Mit Stolz verwies er auf 300 Hektar, bzw. 270 Kilometer Gewässerrandstreifen im Amtsbereich, womit der Landkreis Regensburg den ersten Platz in der Oberpfalz und zweiten Platz in ganz Bayern belegt.

Die Thematik „Boden als Wasserspeicher“ erörterte Franz Rösl, 1. Vorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) gesunder Boden e.V., „Ein natürlicher Erosions- und Hochwasserschutz geschieht durch einen gesunden Boden“, verdeutlichte er zu Beginn seines Statements. „Ein guter humusversorgter Boden kann 150 Liter Wasser h/m² aufnehmen, aktiver Humusaufbau ist deshalb dringend nötig. Das Wasser muss in der Fläche bleiben“, lautete der Appell des IG-Vorsitzenden.

Grundsätzliche Rückhaltekonzepte stellte der beim Wasserwirtschaftsamt für Stadt und Landkreis Regensburg zuständige Abteilungsleiter Josef Lehner beispielhaft vor. Beim integralen Hochwasserschutzkonzept gehe es um das komplette Einzugsgebiet eines Gewässers. Es müsse Schutz vor einem HQ100 + 15 Prozent Klimazuschlag geboten werden. Eine weitere Möglichkeit sei das integrale Sturzflutrisikomanagementkonzept, das sich noch bis zum 31. August in der Pilotphase befindet und vor allem bei „wild abfließendem Wasser“ Anwendung finden soll. Für beide Konzepte verwies Lehner auf eine mögliche interkommunale Zusammenarbeit. „Man ist nicht an kommunale Grenzen gebunden“, erklärte er und verwies auf hohe Förderungen. Bilder zeigten bereits realisierte Rückhaltebecken und Gewässerrenaturierungen in Bach a.d.Do., Lappersdorf, Pfatter, Brunn, Schierling und Regenstauf, Gittinger Bach, Allersdorfer Bach, Langenerlinger Bach. Alleine in fünf Gemeinden würden durch Rückhaltebecken 372.000 Kubikmeter Wasser zurück gehalten und durch Gewässerrenaturierungen an circa zehn Bächen weitere 150.000 Kubikmeter. „Bereits im Rahmen der Bauleitplanung können weitere Weichen gestellt werden“, erläuterte er an beispielhaften Festsetzungen in Bebauungsplänen. Diese seien im Landkreis längst Standard, wie beispielsweise Dachbegrünungen, Verringerung versiegelter Flächen, Rückhaltemaßnahmen und Versickerungen, lobte er.

Die Instrumente der Regionalplanung stellte der bei der Regierung der Oberpfalz für Landes- und Regionalplanung zuständige Leitende Regierungsdirektor Axel Koch vor. „Über die Regionalplanung sind aber nur die öffentlichen Stellen zu erreichen“, schränkte er ein. Wichtig sei daher der Wille der Gebietskörperschaften, sich der Regionalplanung zu bedienen. In einem weiteren Schritt seien Problemräume konkret zu identifizieren, Hochwasserentstehungsgebiete zu definieren und geeignete Maßnahmen zu überlegen. „Die wirklichen und verbindlichen Vorgaben erfolgen durch die Kommune, die Ministerien unterstützen natürlich dabei. Es macht aber nur Sinn, wenn auf breiter Ebene der Kommunen und des Landkreises das Interesse besteht, diesen Weg zu gehen“, erklärte Koch.

An der Infoveranstaltung nahmen auch Vertreter von Wasserzweckverbänden und des Bayerischen Bauernverbandes teil. Kreisobmann Johann Mayer warb für „immergrüne Äcker“. Darüber hinaus ging es in den Nachfragen und der Diskussion unter anderem um die Reaktivierung von Auenlandschaften, die hohen Grundwasserstände, die Ansiedlung von Gewerbe mit der Folge der Versiegelung und langfristige Möglichkeiten, Versiegelungen wieder zurückzunehmen.

Kategorien: Landkreis

Cookie-Einstellungen

Um unsere Webseiten für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend zu verbessern, verwenden wir Cookies. Funktionale bzw. notwendige Cookies sind für den Betrieb der Seite erforderlich. Sie entscheiden, ob Sie neben den notwendigen Cookies auch Statistik-Cookies zulassen.

Welche Arten von Cookies auf unserer Webseite www.landkreis-regensburg.de für Sie zugelassen werden, können Sie über die folgende Auswahl steuern:

Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Diese Seite verwendet Personalisierungs-Cookies. Um diese Seite betreten zu können, müssen Sie die Checkbox bei "Personalisierung" aktivieren.

Folgende systemrelevante (unbedingt notwendige) Cookies werden verwendet:

Cookie-Name Zweck Gültigkeit
__RequestVerificationToken Dieser Fälschungsschutz-Cookie wird von Web-Applikationen eingesetzt, die anhand von ASP.NET MVC-Technologien erstellt wurden. Er soll unberechtigtes Einstellen von Webseiteninhalten unterbinden, das sog. Cross-Site-Request-Forgery. Er enthält keine Informationen über den Nutzer. Wenn Sie die Seite verlassen, wird der Cookie gelöscht.
ASP.NET_SessionId** Dieser Cookie behält systemrelevante Informationen des Webbrowsers bei allen Seitenanfragen während eines Webseitenbesuches (Browsersession) bei. Er enthält keine Informationen über den Nutzer. Wenn Sie die Seite verlassen, wird der Cookie gelöscht.

Diese Webseite verwendet den Open Source Webanalysedienst Matomo, vormals Piwik, der mit Cookies arbeitet. Die durch Matomo erhobenen Daten werden anonymisiert und zu Analysezwecken in unserem Auftrag auf dem Server der LivingData GmbH gespeichert.
Wenn Sie mit der Speicherung und Nutzung Ihrer Daten nicht einverstanden sind, können Sie diese Funktionen hier deaktivieren. In diesem Fall wird in Ihrem Webbrowser ein Opt-Out-Cookie hinterlegt, der verhindert, dass Matomo Nutzungsdaten speichert. Wenn Sie Ihre Cookies löschen, hat dies allerdings zur Folge, dass auch das Matomo Opt-Out-Cookie gelöscht wird. Das Opt-Out muss bei einem erneuten Besuch unserer Seite daher wieder aktiviert werden.
Wir weisen jedoch darauf hin, dass im Falle der Nutzung der Opt-Out-Funktion gegebenenfalls nicht sämtliche Möglichkeiten dieser Webseite vollumfänglich nutzbar sind.

Cookie-Name Zweck Gültigkeit
_pk_id Wird verwendet, um einige Details über den Benutzer zu speichern, z. B. die eindeutige Besucher-ID. 13 Monate
_pk_ses Cookies, mit denen Daten für den Besuch vorübergehend gespeichert werden. 30 Minuten

Folgende Cookies von Drittanbietern werden verwendet:

Cookie-Name Zweck Gültigkeit
_rspkrLoadCore WebReader: Ein Initiierungscookie, der festlegt, ob die Skripte beim Laden der Seite geladen werden sollen oder nicht. Dieses Cookie ist ein Nur-Sitzung-Cookie. Das Cookie wird gesetzt, nachdem der Dienst aktiviert wurde, dh. wenn mit dem Player interagiert wird.
Durch die Verwendung dieses Cookies wird festgelegt, ob der Benutzer den Dienst auf einer Seite aktiviert hat. Auf diese Weise werden die ReadSpeaker-Skripte automatisch geladen, wenn der Benutzer zu einer anderen Seite navigiert, damit der Benutzer schneller Audio erhält.
Wenn Sie die Seite verlassen, wird der Cookie gelöscht.
ReadSpeakerSettings WebReader: Ein Cookie, das gesetzt wird, wenn Sie eine Einstellung im Einstellungsmenü ändern. Dieses Cookie heißt standardmäßig ReadSpeakerSettings, kann jedoch durch Konfigurieren auf "general.cookieName" geändert werden. Das Cookie hat eine Standardlebensdauer von 360000000 ms (dh ca. 4 Tage), die mit der Konfiguration "general.cookieLifetime" geändert werden kann.
Mit diesem Cookie werden die individuellen Einstellungen der Benutzer gespeichert, sodass sie ihre Einstellungen nicht auf jeder Seite, zu der sie navigieren, erneut vornehmen müssen.
4 Tage (IE)
dcrjobnames DocReader: Enthält eine verschlüsselte (MD5) Version der URL des Dokuments und die Seitenzahl, auf die zuletzt zugegriffen wurde. 30 Tage
dcrsettings DocReader: Gibt an, ob der JavaScript-Modus zuletzt verwendet wurde; Ob der Benutzer den Textmodus gewählt hat oder nicht; Schnittstellensprache; Lesegeschwindigkeit; Hervorhebungsmethode; Text- und Hintergrundfarbe zum Hervorheben; Schriftgröße im Textmodus; Schriftart im Textmodus; 30 Tage
PHPSESSID Für die Online-Terminvereinbarung (komXkonsentas) werden Cookies benötigt, um diese erfolgreich durchzuführen. Diese Cookies werden benötigt um Ihre Anmeldung eindeutig zu identifizieren und den entsprechenden Anmeldefortschritt festzustellen. max. 24 Std.
ASPSESSIONIDCAATQRTB Technisches Cookie für die mobile Version zur Anzeige der aktuellen Wartezeit in der KFZ-Zulassung. Wenn Sie die Seite verlassen, wird der Cookie gelöscht.
JSESSIONID technisches Cookie für die Online-Terminvereinbarung des Corona-Testzentrums Wenn Sie die Seite verlassen, wird der Cookie gelöscht.
ASP.NET_SESSIONId technisches Cookie für integrierte Webseiten von HuberMedia GmbH (meta.et4.de) Wenn Sie die Seite verlassen, wird der Cookie gelöscht.
cookieConsent technisches Cookie für integrierte Webseiten von HuberMedia GmbH (prüft ob Cookies vom Besucher erlaubt sind oder nicht) Wenn Sie die Seite verlassen, wird der Cookie gelöscht.
landkreis-regensburg_Lng technisches Cookie für integrierte Webseiten von HuberMedia GmbH (Koordinaten vom sog. Kiosk, falls freigegeben) 1 Tag
landkreis-regensburg_Lat technisches Cookie für integrierte Webseiten von HuberMedia GmbH (Koordinaten vom User, falls freigegeben) 1 Tag
_et4frontend_session technisches Cookie für integrierte Webseiten von HuberMedia GmbH (data.destination.one) Wenn Sie die Seite verlassen, wird der Cookie gelöscht.
__cfduid technisches Cookie für integrierte Webseiten von HuberMedia GmbH (cloudflare) 30 Tage
_gat statistische Cookies zur Reichweitenmessung für integrierte Webseiten von HuberMedia GmbH 1 Tag
_ga statistische Cookies zur Reichweitenmessung für integrierte Webseiten von HuberMedia GmbH 2 Jahre
_gid statistische Cookies zur Reichweitenmessung für integrierte Webseiten von HuberMedia GmbH 1 Tag
1P_JAR Dieses Cookie wird verwendet, um die Werbedienste von Google zu unterstützen. (z.B. GoogleMaps) 1 Monat
ANID Dieses Cookie wird verwendet, um die Werbedienste von Google zu unterstützen. (z.B. GoogleMaps) 1 Monat
NID Diese Google Cookies speichern Informationen über Nutzereinstellungen und -informationen für Google Maps. 6 Monate
APISID, HSID, SAPISID, SID und SSID Cookies Diese Sicherheits-Cookies von Google, dienen dazu um Nutzer zu authentifizieren, betrügerische Verwendung von Anmeldeinformationen zu verhindern und Nutzerdaten vor dem Zugriff durch Unbefugte zu schützen. 2 Jahre
SIDCC Diese Google Cookies speichern Informationen über Nutzereinstellungen und -informationen für Google Maps. 3 Monate
CONSENT Dieses Cookie enthält Informationen darüber, wie der Endbenutzer die Website nutzt, sowie über Werbung, die der Endbenutzer möglicherweise vor dem Besuch dieser Website gesehen hat.